Grüner Lauch, roher Spargel, Tomaten und Kartoffeln: Um manches Gemüse ranken sich hartnäckige Gerüchte. Wir gehen drei dieser Gemüse-Mythen nach und sagen dir, was in der Küche wirklich zählt. Kurz vorweg: Den grünen Teil vom Lauch darfst du mitessen, zarten grünen Spargel auch roh, und Tomaten, Kartoffeln, Melanzani und Paprika gehören mit ein paar einfachen Regeln weiterhin auf deinen Speiseplan.
Ist der grüne Teil vom Lauch giftig?
Nein. Der grüne Teil vom Lauch, in Österreich auch Porree genannt, ist essbar. Er ist fester und schmeckt kräftiger als der weiße Schaft, deshalb schneiden ihn viele ab. Wegwerfen musst du ihn aber nicht.
So verwendest du das Lauchgrün: Schneide es in feine Ringe und gib es etwas länger in den Topf, zum Beispiel in Suppen, Eintöpfe oder in eine Gemüsebrühe. Für Salat und Rohkost nimmst du lieber den zarten weißen und hellgrünen Teil. Weil sich zwischen den Blättern gern Erde sammelt, schneidest du den Lauch längs ein und spülst die Blätter unter fließendem Wasser gut aus. Frischen Lauch und viel anderes Gemüse findest du bei uns in der Kategorie Kartoffeln & Zwiebel.
Ist roher Spargel giftig?
Nein. Spargel kannst du auch roh essen. Am besten eignet sich zarter grüner Spargel: Schneide die holzigen Enden ab, hobel die Stangen mit dem Sparschäler in dünne Streifen und mariniere sie mit Zitronensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer. Weißer Spargel wird meist geschält und gegart. Roh schmeckt er herber, und sein typisches Aroma entwickelt er erst beim Kochen.
Wie du Spargel kaufst, lagerst und zubereitest, liest du im Beitrag Spargel: Grün oder weiß, Lagerung, Zubereitung und Rezepte. Frische Stangen findest du in der Kategorie Spargel.
Sind Nachtschattengewächse giftig?
Nein, nicht in den Mengen und mit der Zubereitung, wie wir sie kennen. Zu den Nachtschattengewächsen zählen über 2000 Arten. Bei uns am bekanntesten sind Kartoffeln, Tomaten, Melanzani (Auberginen) und Paprika. Wie viele Pflanzen enthalten sie natürliche Schutzstoffe, sogenannte Alkaloide, zum Beispiel das Solanin der Kartoffel. Mit ein paar Regeln in der Küche gehst du auf Nummer sicher.
Kartoffel, Tomate und Paprika stammen aus Amerika und kamen erst nach Kolumbus nach Europa. Die Melanzani stammt ursprünglich aus Asien. Heute haben alle ihren festen Platz auf unseren Tellern: auf der Pizza, als Pommes, als Sauce zu den Spaghetti oder zur Jause.
Worauf achtest du bei Kartoffeln, Tomaten und Melanzani?
- Kartoffeln: Schneide grüne Stellen und Keime großzügig weg. Kartoffeln, die weich, stark ausgetrieben oder großflächig grün sind, wirfst du weg. Lagere sie kühl, trocken und dunkel, und schäle sie für Kleinkinder immer. Mehr dazu im Beitrag Sind keimende Kartoffeln giftig?
- Tomaten: Reife Tomaten genießt du roh, im Salat oder als Sauce. Grüne, unreife Tomaten enthalten mehr Alkaloide und schmecken bitter. Sie landen besser gegart im Topf, etwa als Chutney. Frische Tomaten findest du bei uns in der Kategorie Tomaten & Gurken.
- Melanzani: Sie werden gegart, ob gegrillt, gebraten, geschmort oder gebacken. Roh schmecken sie bitter und schwammig. Ideen zum Zubereiten findest du im Beitrag Melanzani: Geschmack und Zubereitung.
Welches Gemüse gehört nicht roh auf den Teller?
Ein größeres Thema in der Küche sind andere Gemüsesorten: Grüne Bohnen enthalten das Eiweiß Phasin, das erst beim Kochen zerstört wird. Koch sie deshalb immer mindestens zehn Minuten gut durch. Auch getrocknete Hülsenfrüchte weichst du ein und kochst sie vollständig weich. Wie das geht, liest du im Beitrag Hülsenfrüchte kochen: Einweichen, Sorten und Soja. Bei Rhabarber isst du nur die Stiele, die Blätter gehören nicht auf den Teller.
Verträgst du ein bestimmtes Gemüse nicht gut, lass es einfach weg und sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt darüber.
Häufige Fragen
Darf ich Lauch roh essen?
Ja. Roh schmeckt vor allem der zarte weiße und hellgrüne Teil, fein geschnitten im Salat. Er ist würzig bis scharf, ähnlich wie Zwiebel.
Muss ich Spargel schälen?
Weißen Spargel schälst du vom Kopf abwärts. Grünen Spargel schälst du nur im unteren Drittel oder gar nicht.
Sind Paprika und Chili auch Nachtschattengewächse?
Ja. Paprika, Pfefferoni und Chili gehören wie Kartoffeln, Tomaten und Melanzani zu dieser Pflanzenfamilie.
Aktualisiert im Oktober 2026.






