Pseudogetreide sind Körnerfrüchte, die wie Getreide verwendet werden, botanisch aber nicht zu den Süßgräsern gehören. Die bekanntesten Vertreter sind Buchweizen, Quinoa und Amaranth. In diesem Beitrag erfährst du, was Pseudogetreide von klassischem Getreide unterscheidet, woher die drei Sorten kommen, wie du sie zubereitest und lagerst und welche Rezepte sich anbieten: ein Buchweizen-Müsli, einen mediterranen Quinoa-Salat und ein Apfel-Cranberry-Porridge. Passende Zutaten findest du in der Kategorie Mehl, Getreide und Co. in unserem Online-Shop.
Was ist Pseudogetreide?
Klassische Getreidearten wie Weizen, Roggen und Dinkel gehören zur Familie der Süßgräser. Sie wachsen in Europa gut, weil sie mit dem Klima sehr gut zurechtkommen. Mehr zu Mehlsorten und Vollkorn liest du im Beitrag Weißmehl oder Vollkornmehl.
Pseudogetreide wird in der Küche ähnlich wie Getreide verwendet, stammt aber von ganz unterschiedlichen Pflanzenarten. Buchweizen, Quinoa und Amaranth sind die bekanntesten. Viele Pseudogetreide sind wärmeliebend, deshalb passen sie oft nicht gut zu unserem Klima oder der Anbau bringt wenig Ertrag.
Pseudogetreide enthält von Natur aus kein Gluten (Klebereiweiß) und hat deshalb keine Eigenbackfähigkeit. Beim Backen brauchst du ein Bindemittel, zum Beispiel Ei oder Mehl. Wer sich glutenfrei ernährt, achtet auf die Kennzeichnung der jeweiligen Produkte. Rezepte und Hinweise dazu gibt es im Beitrag Glutenfreie Ernährung: Tipps und Rezepte.
Was ist Buchweizen?
Buchweizen gehört zu den Knöterichgewächsen und ist mit Getreide nicht verwandt. Überlieferungen zufolge brachten ihn Nomaden aus der russischen Steppe nach Europa. Er schmeckt leicht bitter und nussig und passt in Müsli, Pfannkuchen, Brei oder als Beilage.
Buchweizen ist nicht sehr lange haltbar. Kaufe ihn deshalb nur in Mengen, die du in wenigen Wochen verbrauchst. Vor der Zubereitung wäschst du ihn gründlich, um Farbstoffe abzuspülen.
Was ist Quinoa?
Quinoa ist ein Gänsefußgewächs und mit Spinat, Mangold und Roten Rüben verwandt. Ursprünglich stammt die Pflanze aus den Anden und gehört in Südamerika seit tausenden Jahren zu den Grundnahrungsmitteln. Auch in Europa wird Quinoa immer beliebter. Die kleinen Körner schmecken mild-nussig und eignen sich als Beilage, im Salat und für Aufläufe.
Wie Buchweizen ist auch Quinoa nicht lange haltbar. Kaufe nur so viel, wie du in wenigen Wochen verbrauchst. Vor der Zubereitung wäschst du Quinoa gründlich, um die Saponine abzuspülen. Sie haben einen seifig-bitteren Geschmack.
Was ist Amaranth?
Amaranth wurde bereits vor tausenden Jahren in Mittel- und Südamerika angebaut. Die Azteken verwendeten die Pflanze für Rituale und betrachteten sie als heilig. Als Nahrungsmittel setzt man Amaranth ähnlich wie typische Getreidearten ein. Die kleinen Körner schmecken nussig und werden beim Kochen weich und leicht klebrig. Amaranth ist eine gute Beilage und eine Alternative zu Reis und Nudeln, passt aber auch in Porridge und Müsli.
Für Babys und Kleinkinder gilt: Frag zur Beikost bei deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt nach.
Wie bereitest du Pseudogetreide zu?
Buchweizen, Quinoa und Amaranth lassen sich vielseitig einsetzen. Spüle die Körner vor dem Kochen ab und bereite sie dann nach Packungsanleitung zu. Wenn du backst, brauchst du wegen des fehlenden Klebereiweißes ein Bindemittel. Die folgenden Rezepte zeigen dir, wie einfach die Zubereitung gelingt.
Welche Rezepte gibt es mit Pseudogetreide?
Rezept: Selbstgemachtes Buchweizen-Müsli
Zutaten für ein großes Vorratsglas (ca. 10 Portionen):
- 200g Buchweizen
- 100g Mandelblättchen
- 100g gehackte Kürbiskerne
- 50g Sonnenblumenkerne
- 50g geschrotete Leinsamen
- 30ml Agavendicksaft
- 10ml Walnussöl
- 2 TL gemahlener Ceylon-Zimt
- 1 Prise Salz
Zubereitung:
- Backofen auf 175°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.
- Buchweizen, Mandelblättchen, geschrotete Leinsamen, Kürbis- und Sonnenblumenkerne in einer Schüssel miteinander vermengen.
- Agavendicksaft und Walnussöl zufügen und alle Zutaten gut miteinander vermischen.
- Das Müsli gleichmäßig auf dem Backblech verteilen und auf der mittleren Schiene ca. 10 Minuten backen.
- Anschließend auf dem Backblech nochmal mischen und für weitere 5-10 Minuten backen. Dabei das Müsli stets im Blick behalten, da es rasch anbrennen kann.
- Aus dem Backofen nehmen, mit Zimt und Salz würzen und mit den Gewürzen gut vermengen.
- Vollständig auskühlen lassen und in ein verschließbares Vorratsglas füllen.
Tipps:
- Trocken und kühl im Vorratsschrank gelagert ist das Müsli für mehrere Wochen haltbar.
- Das Müsli mit Joghurt, Sojajoghurt, Topfen, Milch oder Pflanzendrink und frischem Obst genießen.
Rezept: Mediterraner Quinoa-Salat
Zutaten für 2-3 Portionen:
- 150g Quinoa
- 150g Kirschtomaten
- 100g Feta
- 15ml Olivenöl
- 10ml Balsamico-Essig
- 1 gelbe Paprika
- 1 Salatgurke
- 1 rote Zwiebel
- 1 Handvoll frischer Rucola
- 1 Knoblauchzehe
- Salz, Pfeffer
- Getrocknete mediterrane Kräuter
Zubereitung:
- Quinoa nach Packungsanleitung zubereiten, anschließend abkühlen lassen.
- Kirschtomaten, Paprika, Salatgurke und Rucola waschen und trocknen.
- Kirschtomaten vierteln, Paprika entkernen und in mundgerechte Stücke schneiden, Salatgurke schälen und in Würfel schneiden.
- Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Den Feta abtropfen lassen.
- Olivenöl und Balsamico-Essig zu einer Vinaigrette verrühren und mit Salz, Pfeffer und den getrockneten Kräutern würzen.
- Quinoa und Gemüse miteinander vermengen, mit der Vinaigrette übergießen und durchmischen.
- Den Salat gleichmäßig auf zwei oder drei Tellern verteilen, den Feta mit den Händen darüber krümeln und mit dem Rucola garnieren.
Rezept: Apfel-Cranberry-Porridge
Zutaten für 2-3 Portionen:
- 150g Amaranth
- 300g ungesüßter Haferdrink
- 150g ungesüßtes Sojajoghurt
- 40g getrocknete Cranberrys
- 20g gehackte Nüsse
- 1-2 Äpfel
- 1 EL Zucker
- 1 TL gemahlener Ceylon-Zimt
Zubereitung:
- Amaranth in einem feinen Sieb mit Wasser durchspülen.
- Anschließend in einem Topf mit Haferdrink und Zucker vermengen, kurz aufkochen lassen und bei kleiner Hitze unter gelegentlichem Rühren ca. 20 – 25 Minuten köcheln lassen.
- Äpfel waschen, entkernen und in kleine Stücke schneiden. Cranberrys grob hacken.
- Den gekochten Amaranth mit dem Sojajoghurt vermengen und gleichmäßig in Schälchen verteilen.
- Mit den gehackten Nüssen, Äpfel, Cranberrys und Zimt garnieren und warm genießen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Getreide und Pseudogetreide?
Getreide wie Weizen, Roggen und Dinkel gehört zu den Süßgräsern. Pseudogetreide wie Buchweizen, Quinoa und Amaranth stammt von anderen Pflanzenfamilien, wird aber ähnlich verwendet.
Muss man Quinoa waschen?
Ja. Wasche Quinoa vor dem Kochen gründlich, damit die Saponine abgespült werden. Sie schmecken seifig-bitter.
Kann man mit Pseudogetreide backen?
Ja, aber Pseudogetreide hat keine Eigenbackfähigkeit. Du brauchst ein Bindemittel, zum Beispiel Ei oder Mehl.
Wie lagerst du Buchweizen und Quinoa?
Beide sind nicht sehr lange haltbar. Kaufe sie in kleinen Mengen und lagere sie trocken.
Buchweizen, Quinoa und Amaranth bringen Abwechslung auf den Teller: als Müsli, Salat oder Porridge. Spüle die Körner vor dem Kochen ab, kaufe kleine Mengen und probiere die Rezepte aus. Die Zutaten findest du ganz einfach in unserem Online-Shop.
Aktualisiert im Oktober 2026.






