Wildkräuter im Frühling sind die ersten frischen Zutaten des Jahres, die du direkt vor der Haustür findest. Brennnessel, Gänseblümchen, Bärlauch, Löwenzahn und Giersch wachsen ab März auf Wiesen, im Wald und oft auch im eigenen Garten. Wir zeigen dir, wie du sie erkennst, wann du sie sammelst und wie sie in der Küche schmecken.
Nach dem Winter, wenn das saisonale Angebot an Obst und Gemüse noch klein ist, bringen Wildkräuter Farbe und neue Aromen auf den Teller. Und ein Spaziergang zum Sammeln an der frischen Luft gehört gleich dazu.
Welche Wildkräuter kann man im Frühling sammeln?
Zu den bekanntesten essbaren Wildkräutern im Frühling zählen Brennnessel, Gänseblümchen, Bärlauch, Löwenzahn und Giersch. Sie sind weit verbreitet, leicht zu finden und vielseitig in der Küche: roh im Salat, als Pesto, im Aufstrich oder gekocht wie Spinat.
Brennnessel: vom Unkraut zum Wildgemüse
Für viele Gartenfreunde ist sie eher ein unliebsames Unkraut, dabei lässt sich die Brennnessel bestens in der Küche einsetzen. Am besten schmecken die jungen Triebspitzen und Blätter, die du im März und April sammelst, bevor die Pflanze Blüten bildet. Später im Jahr nimmst du nur die oberen, zarten Blätter. Von Juni bis August kannst du die Brennnesselsamen ernten, frisch verwenden oder ein paar Tage an der Luft trocknen und über Salate oder Rohkost streuen.
Beim Pflücken helfen Handschuhe. Die Brennhaare verlieren ihre Wirkung, sobald du die Blätter kurz blanchierst, mit dem Nudelholz walzt oder trocknest. Brennnesseln schmecken mild, leicht nussig und erinnern an Spinat. Besonders gut passen sie als Brennnesselspinat, in Suppen, Knödeln oder Palatschinken. Getrocknet werden sie auch als Brennnesseltee aufgegossen.
Die Brennnessel wächst gerne auf stickstoffreichen, gut gedüngten Böden. Hundewiesen und stark gedüngte Feldränder meidest du darum beim Sammeln besser.
Gänseblümchen: Blüten zum Essen
Als erste Frühlingsboten zeigen sich auf den Wiesen die zarten Gänseblümchen. Blätter, Stängel und Blüten kannst du von März bis in den Spätsommer sammeln. Sie schmecken mild und leicht nussig, die Knospen etwas würziger. Frische Gänseblümchen machen sich gut in Salaten, Suppen, Aufstrichen oder Smoothies und peppen so manches Gericht auch optisch auf.
Bärlauch: würzig, aber Vorsicht beim Sammeln
Bärlauch ist im Frühjahr das beliebteste Wildgemüse. Er ist mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch verwandt und in den Wäldern Europas und Asiens weit verbreitet. Geerntet werden die Blätter im März und April, bevor die Pflanze blüht. Bärlauch riecht und schmeckt kräftig nach Knoblauch und kommt in der Küche meist roh und kleingeschnitten in Speisen. Besonders gut eignet er sich für Pesto, Aufstriche, Suppen und Kräuterbutter.
Wer sich nicht sicher ist, die Pflanze zu erkennen, lässt die Finger von wildem Bärlauch. Es besteht Verwechslungsgefahr mit Maiglöckchen, Herbstzeitlose und geflecktem Aronstab, die giftig sind. Schon geringe Mengen der Herbstzeitlose können tödlich sein. Der Geruchstest allein reicht nicht, weil die Finger nach dem ersten echten Bärlauchblatt ebenfalls nach Knoblauch riechen. Wenn du unsicher bist, kauf Bärlauch lieber bei Händlerinnen und Händlern deines Vertrauens. Mehr Tipps zum Erkennen und Verarbeiten findest du in unserem Beitrag Bärlauch sammeln und kochen.
Löwenzahn: Blätter, Blüten und Wurzel
Mit seinen strahlenden Blüten ist der Löwenzahn auf Wiesen kaum zu übersehen. Auch er wächst gerne auf überdüngten Böden, darum achtest du hier ebenfalls auf naturbelassene Stellen. Alle Teile der Pflanze sind essbar. Die Blätter kannst du fast das ganze Jahr ernten, am mildesten sind sie im Frühling vor der Blüte.
Löwenzahn schmeckt angenehm herb bis bitter, ähnlich wie Rucola oder Radicchio. Die Blätter eignen sich als Salat, zu Kartoffeln und Gemüse, die Stängel lassen sich wie Schnittlauch verwenden, und die Blüten sind eine essbare Dekoration für Salate, Aufstriche und Süßspeisen. Aus den Blüten kochst du außerdem Löwenzahnsirup. Die Wurzel kannst du roh oder gekocht essen, sie schmeckt aber sehr bitter und wird darum sparsam verwendet.
Unkraut zum Aufessen: Giersch
Giersch verbreitet sich im Garten sehr hartnäckig und ist darum bei leidenschaftlichen Gärtnerinnen und Gärtnern nicht sonderlich beliebt. Am einfachsten rückst du ihm zu Leibe, indem du ihn aufisst. Er schmeckt würzig, ähnlich wie Petersilie mit einem Hauch Karotte. Mit der Dreierregel lässt er sich gut erkennen: Der Stängel ist dreikantig, von ihm gehen drei Blattgruppen ab, die wiederum dreifach unterteilt sind.
Die beste Erntezeit für die jungen Blätter ist von März bis Mai. Giersch passt in Eintöpfe, Aufstriche, Suppen, Smoothies, Pesto oder als Tee. Frische Blätter geben auch stillem oder prickelndem Wasser ein angenehm würziges Aroma. Vorsicht: Giersch gehört zu den Doldenblütlern, zu denen auch giftige Arten wie der Schierling zählen. Sammle nur, wenn du dir sicher bist.
Worauf muss ich beim Sammeln von Wildkräutern achten?
Sammle nur Pflanzen, die du sicher erkennst, und nur so viel, wie du brauchst. Meide Straßenränder, Hundewiesen und stark gedüngte Feldränder, und beachte die Regeln in Naturschutzgebieten. Wasche die Kräuter vor dem Essen gründlich.
Ein erfahrener Kräuterpädagoge, eine Kräuterpädagogin oder ein gutes Bestimmungsbuch helfen dir, die richtigen Pflanzen auf Wiesen und im Wald zu finden. Wer lieber auf Nummer sicher geht, greift zu frischen Kräutern und Sprossen aus dem Garten oder von uns. Lass dir den Frühling schmecken.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Zeit für Wildkräuter?
Die meisten Wildkräuter sammelst du von März bis Mai. Dann sind die Blätter jung, zart und mild. Sobald die Pflanzen blühen, werden viele Blätter fester und bitterer.
Wie lange halten frisch gesammelte Wildkräuter?
In ein feuchtes Tuch gewickelt halten sie im Kühlschrank ein bis zwei Tage. Wenn du mehr gesammelt hast, kannst du sie einfrieren, trocknen oder zu Pesto verarbeiten. Wie das geht, zeigen wir dir in unserem Beitrag Kräuter haltbar machen.
Kann man Brennnesseln roh essen?
Ja, wenn die Brennhaare vorher unschädlich gemacht werden. Dafür die Blätter mit dem Nudelholz walzen oder in einem Tuch kräftig kneten. Danach kannst du sie in Salat oder Smoothie geben.
Aktualisiert im Oktober 2026.






