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Leinsamen und Chiasamen lassen sich in der Küche ähnlich einsetzen: Beide quellen in Flüssigkeit auf und eignen sich als veganer Ei-Ersatz. Leinsamen schmecken nussig, haben eine harte Schale und werden frisch geschrotet. Chiasamen schmecken neutral, haben eine weiche Schale und müssen nicht geschrotet werden. Der größte Unterschied im Alltag ist der Preis: Chiasamen sind oft um ein Vielfaches teurer.

Wir haben die beiden Samen genauer angesehen und fassen für dich Herkunft, Verwendung und Lagerung zusammen. Dazu gibt es drei Rezepte: Kokos-Chiapudding, Leinsamenbrot und vegane Schoko-Brownies.

Was ist der Unterschied zwischen Leinsamen und Chiasamen?

Beide Samen sind klein, quellen in Flüssigkeit und lassen sich in vielen Rezepten gegeneinander tauschen. Unterschiede gibt es bei Schale, Geschmack, Herkunft und Preis:

Merkmal Leinsamen Chiasamen
Pflanze Lein (Flachs) Chia (Salvia hispanica)
Herkunft und Anbau Ursprung nicht geklärt, heute fast weltweit angebaut ursprünglich aus Mexiko, heute vor allem in Südamerika und Australien, in kleinen Mengen auch in Österreich
Schale hart, vor dem Verzehr frisch schroten weich, kein Schroten nötig
Geschmack leicht nussig neutral
Farben braun, weiß oder gelb grau-schwarz oder weiß
Gut für Müsli, Gebäck, Brot, Salat Pudding, Porridge, Smoothies
Als Ei-Ersatz ja ja
Preis günstiger oft um ein Vielfaches teurer
Empfohlene Höchstmenge für Erwachsene 20 g pro Tag (BfR) 15 g pro Tag (EFSA)

Was sind Leinsamen?

Leinsamen, auch Leinsaat genannt, sind die Samen des Leins, der auch Flachs heißt (Linum usitatissimum). Die Pflanze wird für Fasern und für Öl angebaut. Es gibt braune, weiße und gelbe Samen, die leicht nussig schmecken.

Wo genau der Ursprung der Leinsamen liegt, ist nicht ganz geklärt. Heute werden sie in fast allen Teilen der Erde angebaut. Aus den Samen wird Leinöl gepresst, das du kalt verwendest, etwa im Salat oder im Kräutertopfen.

Leinsamen enthalten Schleimstoffe und quellen in Verbindung mit Wasser auf. Verwende deshalb geschrotete Samen und trink dazu ausreichend. Am besten kaufst du ganze Bio-Leinsamen und schrotest oder mahlst sie erst kurz vor der Verwendung, etwa in einer Kaffee- oder Gewürzmühle. Bei bereits geschroteten Leinsamen werden die enthaltenen Fette schneller ranzig.

Wie viel Leinsamen pro Tag?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt Erwachsenen, nicht mehr als 20 Gramm Leinsamen pro Tag zu essen, weil Leinsamen Cadmium enthalten können. Außerdem enthalten die Samen Stoffe, aus denen beim Zerkleinern Blausäure entsteht. Erhitzen, etwa beim Backen, verringert das. Für Kleinkinder empfiehlt das BfR keine rohen, geschroteten Leinsamen.

Wie lagerst du Leinsamen?

Trocken und dunkel. Leinsamen sind ganzjährig erhältlich.

Was sind Chiasamen?

Chiasamen stammen von der Chia-Pflanze (Salvia hispanica) und sind in Mexiko schon seit Jahrtausenden bekannt. Die Maya gaben den kleinen runden Samen den Namen „Chia“. Heute wird Chia vor allem in Südamerika und Australien angebaut, in geringen Mengen aber auch in Österreich.

Wie Leinsamen quellen Chiasamen in Flüssigkeit auf. Im Unterschied zur Leinsaat haben sie eine weiche Schale und müssen vor dem Verzehr nicht geschrotet werden. Du bekommst sie in grau-schwarz und in weiß, beide Farben setzt du in der Küche gleich ein. Chiasamen schmecken neutral und passen deshalb in Süßes und Herzhaftes. Wir bieten dir Bio-Chiasamen in Schwarz an.

Rühr die Samen vor dem Verzehr mit Flüssigkeit an und lass sie quellen. Trink dazu ausreichend.

Wie viel Chiasamen pro Tag?

Chiasamen gelten in der EU als neuartiges Lebensmittel (Novel Food). Als Vorsichtsmaßnahme empfiehlt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), nicht mehr als 15 Gramm pro Tag zu essen. Die Datenlage zum dauerhaften Verzehr ist noch dünn.

Wie lagerst du Chiasamen?

Trocken, kühl und dunkel. Auch Chiasamen sind ganzjährig erhältlich.

Welchen Samen nimmst du wofür?

Leinsamen und Chiasamen unterscheiden sich in der Küche vor allem durch Schale und Geschmack. Dazu kommt der Preis: Chiasamen sind oft um ein Vielfaches teurer als Leinsamen. Ein Grund können die längeren Transportwege sein, denn Chia wird vorwiegend in Südamerika angebaut.

Wir empfehlen Leinsamen für Müsli, Gebäck, Brot, als Garnitur auf Salaten und als Ei-Ersatz. Wie du mit Vollkornmehl backst, liest du in unserem Beitrag über Weißmehl und Vollkornmehl. Chiasamen eignen sich gut für Pudding, Porridge und Smoothies und ebenfalls als veganer Ei-Ersatz. Eine Bowl mit Chiasamen findest du in unserem Beitrag über Proteinpulver und Fruchtpulver.

Wie ersetzt du Ei mit Leinsamen oder Chiasamen?

Für ein Leinsamen-Ei oder Chiasamen-Ei vermengst du 1 EL geschrotete Leinsamen oder 1 EL Chiasamen mit 3 EL Wasser und lässt die Mischung 5 Minuten quellen. Sie ersetzt ein Ei, zum Beispiel in unseren veganen Brownies.

Rezeptideen mit Leinsamen und Chiasamen

Mit diesen drei Rezepten lernst du die Samen kennen: ein Chiapudding für Frühstück oder Dessert, ein Brot mit geschroteten Leinsamen und Brownies mit Ei-Ersatz.

Kokos-Chiapudding mit Himbeeren

Zutaten für 2 Portionen:

  • 300ml ungesüßter Kokosdrink (alternativ: Hafer- oder Mandeldrink)
  • 200g frische Himbeeren
  • 30g Chiasamen
  • 10g Kokosraspel
  • 1 Banane

Zubereitung:

  1. Chiasamen mit dem Kokosdrink verrühren und darauf achten, dass alle Samen mit Flüssigkeit umgeben sind und 10 Minuten quellen lassen.
  2. Die Banane schälen und mit einer Gabel zu Mus zerdrücken. Anschließend dem Chiapudding zufügen und gut miteinander vermengen.
  3. Den Pudding in zwei Gläser oder Schälchen füllen und nochmals 20 Minuten quellen lassen.
  4. Die Himbeeren waschen, abtropfen lassen und verlesen. Den Pudding damit garnieren und mit den Kokosraspeln bestreuen.

Tipp:

Der Chiapudding eignet sich als Frühstück oder Dessert und lässt sich auch gut vorbereiten. In verschließbaren Gläschen ist der Pudding mehrere Tage im Kühlschrank haltbar.

Leinsamenbrot

Zutaten für 1 Brot:

  • 400ml kochendes Wasser
  • 300g glattes Dinkelmehl
  • 300g Vollkornweizenmehl
  • 100g geschrotete Leinsamen
  • 100ml lauwarmes Wasser
  • 1 EL Salz
  • 1 EL fein vermahlenes Brotgewürz
  • 1 EL Honig
  • ½ Würfel frische Hefe
  • Optional: Samen und Kerne zum Bestreuen

Zubereitung:

  1. Die geschroteten Leinsamen mit dem kochenden Wasser übergießen und eine Stunde lang quellen lassen.
  2. In der Zwischenzeit die beiden Mehle in einer Schüssel mit Salz, Brotgewürz und Honig vermengen. Eine kleine Mulde darin bilden, die frische Hefe mit den Händen hineinbröseln und mit dem lauwarmen Wasser aufgießen. Mit einem Küchentuch abdecken und zugedeckt ruhen lassen, bis der Teig Bläschen bildet.
  3. Anschließend die gequollenen Leinsamen samt übrig gebliebener Flüssigkeit zufügen und mit dem Handmixer (Knethaken) oder in einer Küchenmaschine 4-5 Minuten zu einem Teig verkneten.
  4. Den Teig zu einem Wecken oder Laib formen und auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech auflegen. Den Teig mit einem Küchentuch zudecken und nochmals 30 Minuten gehen lassen.
  5. Das Backrohr auf 200°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
  6. Den Brotteig mit Wasser einstreichen, mit einem scharfen Messer mehrmals einschneiden und optional mit Samen und Kernen bestreuen.
  7. Anschließend im Backrohr für 45 bis 50 Minuten backen.

Vegane Schoko-Brownies

Zutaten für eine 20cm große Backform:

  • 180ml ungesüßter Haferdrink
  • 100g glattes Dinkelmehl
  • 70g Kokosöl
  • 70g dunkle Schokokuvertüre
  • 70g Zucker
  • 15g Kakao
  • 1 TL Backpulver
  • 1 Leinsamen-Ei oder Chiasamen-Ei (= 1 EL geschrotete Leinsamen oder 1 EL Chiasamen mit 3 EL Wasser vermengen und 5 Minuten quellen lassen)

Zubereitung:

  1. Backrohr auf 180°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen und eine Backform mit Backpapier auslegen.
  2. Kokosöl in einer Pfanne schmelzen. Die Schokokuvertüre mit einem Messer zerkleinern und in einer Schale über heißem Wasserdampf schmelzen.
  3. Die geschmolzene Kuvertüre, das flüssige Kokosöl zusammen mit dem Haferdrink, dem Ei-Ersatz und dem Zucker in einer großen Schüssel vermengen.
  4. Mehl, Backpulver und Kakao einsieben und mit einem Schneebesen gut unterrühren.
  5. Den Teig in die Backform füllen, glattstreichen und im Backrohr 20 Minuten backen.
  6. Die Brownies anschließend vollständig abkühlen lassen und in Stücke schneiden.

Häufige Fragen

Muss ich Chiasamen schroten?

Nein. Chiasamen haben eine weiche Schale. Rühr sie mit Flüssigkeit an und lass sie quellen.

Kann ich Leinsamen durch Chiasamen ersetzen?

In vielen Rezepten ja, etwa als Ei-Ersatz oder im Gebäck. Leinsamen solltest du vorher schroten, Chiasamen nicht. Beim Geschmack hast du bei Leinsamen eine nussige Note, Chiasamen schmecken neutral.

Warum soll ich Leinsamen frisch schroten?

Bei bereits geschroteten Leinsamen werden die Fette schneller ranzig. Ganze Samen halten trocken und dunkel gelagert länger.

Wie viel darf ich pro Tag essen?

Das BfR empfiehlt Erwachsenen höchstens 20 Gramm Leinsamen pro Tag, die EFSA höchstens 15 Gramm Chiasamen.

Was ist günstiger, Leinsamen oder Chiasamen?

Leinsamen. Chiasamen sind oft um ein Vielfaches teurer.

Leinsamen und Chiasamen sind zwei vielseitige Zutaten. Welche du nimmst, hängt von Rezept, Geschmack und Budget ab. Die Zutaten für unsere Rezepte stecken in unserem Rezeptkisterl: In Graz bis 12 Uhr bestellt, am selben Abend geliefert.

Aktualisiert im Oktober 2026.