Skip to main content

Kraut und Kohl sind dasselbe Gemüse: In Österreich und Süddeutschland nennen wir Weißkohl Weißkraut und Blaukohl Blaukraut, gemeint ist jeweils eine Kohlsorte aus der Familie der Kreuzblütler. Kohl ist das heimische Wintergemüse schlechthin, denn er hält sich lange und lässt sich vielseitig zubereiten, vom Krautfleckerl über das Rotkraut-Gratin bis zu gefüllten Wirsingpäckchen. In diesem Beitrag erklären wir dir den Unterschied zwischen Kraut und Kohl, stellen die wichtigsten Kohlsorten vor, geben Tipps zu Lagerung und Zubereitung und zeigen dir drei Rezepte für den Winter.

Frischen Kohl findest du bei uns in der Kategorie Brokkoli & Kohl.

Kraut oder Kohl: Wo liegt der Unterschied?

Der Name ist irreführend, denn eigentlich handelt es sich beim Kraut um Kohl. In Süddeutschland und Österreich werden bestimmte Kohlsorten gerne als Kraut bezeichnet. Der Weißkohl heißt bei uns Weißkraut, der Blaukohl Blaukraut oder Rotkraut. Gleichzeitig bezeichnet Blaukraut auch die fertig gekochte Beilage und nicht nur die Gemüsesorte.

Allgemein versteht man unter Kraut eine krautige, nutzbare Pflanze, deren oberirdische Teile nicht verholzen und meist essbar sind. So zählen Küchenkräuter und Wildkräuter genauso dazu wie Gemüsekohl und Sauerkraut. Kohl gehört zur Gattung der Kreuzblütler und ist eine der wichtigsten Kulturpflanzen in Europa und Asien. Etwa 35 verschiedene Arten sind bekannt, nur wenige davon landen regelmäßig auf unseren Tellern.

Welche Kohlsorten gibt es?

Die häufigsten Gemüsekohlsorten im Überblick:

  • Blumenkohl, bei uns auch Karfiol genannt, hat einen weißen Kopf mit fleischigen, zusammenstehenden Blütensprossen. Es gibt auch Züchtungen in Violett, Grün oder Orange. Du kannst ihn in Eintöpfen verwenden, backen, braten, garen oder als Reisersatz raspeln.
  • Kopfkohl umfasst Weißkohl (Weißkraut) samt Spitzkohl, Blaukohl (Blaukraut oder Rotkraut) und Wirsing. Aus ihnen entstehen Sauerkraut und Blaukraut mit Apfel, aber auch Rouladen und Kohlpäckchen.
  • Rosenkohl, bei uns eher als Kohlsprossen bekannt, hat ein nussiges Aroma. Er schmeckt in Eintöpfen, Aufläufen und Pastagerichten und sieht dabei auch gut aus.
  • Kohlrabi schmeckt roh und gekocht aromatisch, mild und leicht süßlich. Er lässt sich auch gut als Kartoffelersatz verwenden.
  • Brokkoli hat ein knackig-nussiges Aroma und viele Zubereitungsmöglichkeiten. Weil er leicht bitter schmeckt, mischen viele ihn mit anderem Gemüse und verfeinern ihn mit Gewürzen und Kräutern, das gilt besonders für Kinder, die Bitteres oft intensiver wahrnehmen.

Mehr zu den einzelnen Kohlsorten liest du im Beitrag Zeit für Kohlgemüse.

Wann hat Kohl Saison und wie lagerst du ihn?

Im Winter ist die Auswahl an heimischem Obst und Gemüse kleiner als im Sommer. Zum Wintergemüse zählen Wurzeln und Knollen wie Wurzelpetersilie, Topinambur, Pastinake, Karotte, Kartoffel, Lauch und Rote Rübe. Die wahren Stars der kalten Jahreszeit sind aber die verschiedenen Kohlsorten. Was sonst noch im Winter Saison hat, siehst du im Beitrag Welches Obst und Gemüse im Winter Saison hat.

Fester Kopfkohl wie Weißkraut, Rotkraut und Wirsing hält sich kühl und dunkel gelagert mehrere Wochen, zum Beispiel im Gemüsefach des Kühlschranks. Achte beim Einkauf auf feste, schwere Köpfe mit knackigen, unbeschädigten Blättern. Die äußeren Blätter schützen den Kopf, du kannst sie bei Bedarf entfernen. Blumenkohl und Brokkoli halten kürzer, lagere sie kühl und verbrauche sie in wenigen Tagen. Angeschnittenen Kohl wickelst du am besten in ein feuchtes Tuch oder Folie.

Wie bereitest du Kohl zu?

Mit ein paar Handgriffen gelingt Kohl besonders gut:

  • Strunk entfernen: Schneide den harten Strunk aus dem Kopf, bevor du das Kraut in Streifen oder Rechtecke schneidest.
  • Nicht zu lange kochen: Bei sehr langem Kochen entsteht der typische Kohlgeruch. Wirsing und Weißkraut brauchen oft nur wenige Minuten, Rotkraut darf länger schmoren.
  • Säure für das Rotkraut: Ein Schuss Essig oder ein geriebener Apfel lässt Rotkraut schön rot bleiben, ohne Säure färbt es sich bläulich.
  • Würzen: Kümmel, Kreuzkümmel, Bohnenkraut, Fenchelsamen und Lorbeer passen klassisch zu Kohl.
  • Blanchieren: Für gefüllte Blätter wie Wirsingpäckchen kochst du die Blätter kurz in Salzwasser und schreckst sie in Eiswasser ab.

Aus fein gehobeltem Weißkraut wird durch Salz und Milchsäuregärung Sauerkraut. Gärgemüse wie Sauerkraut oder das koreanische Kimchi kannst du auch selbst ansetzen oder fertig kaufen, bei uns zum Beispiel als Sauerkraut. Wer seinen Kohl lieber als Salat isst, findet Inspiration im Beitrag Grazer Krauthäuptel.

Welche Rezepte gelingen mit Kohl?

Kohl ist vielseitig und abwechslungsreich einsetzbar. Wir haben dir drei Rezepte zusammengestellt, die aus dem Wintergemüse ein kulinarisches Highlight zaubern.

Krautfleckerl mit weißen Bohnen

Zutaten für 2-3 Portionen:

  • 400g Weißkraut
  • 200g Fleckerlnudeln
  • 200g gegarte weiße Bohnen aus der Dose oder dem Glas
  • 150ml Gemüsesuppe
  • 20g Butter
  • 1 große rote Zwiebel
  • 1 EL Zucker
  • 1 EL Essig
  • Salz, Pfeffer, gemahlener Kümmel

Zubereitung:

  1. Die Nudeln nach Packungsanleitung zubereiten.
  2. Zwiebel schälen und fein hacken. Die Bohnen abgießen und abtropfen lassen.
  3. Strunk vom Weißkraut herausschneiden und das Kraut in 2-3 cm große Rechtecke schneiden.
  4. Butter und Zucker in einer hohen Pfanne karamellisieren, Zwiebel zufügen und bei geringer Hitze goldbraun rösten.
  5. Das geschnittene Kraut zufügen, gut miteinander vermengen, mit Essig und Gemüsesuppe ablöschen und 4-5 Minuten bei geringer Hitze köcheln lassen.
  6. Die gekochten Nudeln und Bohnen zufügen und vermischen. Mit den Gewürzen abschmecken und vor dem Servieren noch 2 Minuten auf niedriger Flamme ziehen lassen.

Rotkraut-Kartoffel-Gratin

Zutaten für 2-3 Portionen:

  • 400g Kartoffeln
  • 400g Rotkraut
  • 200ml Schlagobers
  • 100g Feta
  • 1 Apfel
  • Salz, Pfeffer, Thymian

Zubereitung:

  1. Das Backrohr auf 200°C bei Ober-/Unterhitze (Umluft: 180°C) vorheizen.
  2. Rotkraut waschen und die Blätter einzeln ablösen. Anschließend die Blätter in kochendem Salzwasser 3 Minuten blanchieren, mit einer Schaumkelle herausnehmen und abtropfen lassen. Den Strunk aus den Blättern herausschneiden.
  3. Kartoffeln schälen und in feine Scheiben hobeln. Danach ebenfalls 5 Minuten in kochendem Salzwasser vorgaren.
  4. Apfel waschen, entkernen und ebenfalls in feine Scheiben schneiden.
  5. Rotkrautblätter, Kartoffeln und Apfelscheiben abwechselnd in eine Auflaufform schichten.
  6. Schlagobers mit Salz, Pfeffer und Thymian würzen und über die Gemüse-Apfel-Mischung gießen.
  7. Den Feta mit den Händen über das Gratin krümeln und das Gratin im Backrohr für 40 Minuten backen.

Wirsingpäckchen mit Quinoa

Zutaten für 2-3 Portionen:

  • 150g Quinoa
  • 100g Räuchertofu
  • 50ml Gemüsesuppe
  • 4 große Wirsingblätter
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer, gemahlener Kreuzkümmel
  • Optional: Küchengarn

Zubereitung:

  1. Das Backrohr auf 180°C bei Ober-/Unterhitze (Umluft: 160°C) vorheizen.
  2. Quinoa waschen und nach Packungsanleitung zubereiten.
  3. Wirsingblätter waschen und in kochendem Salzwasser 2-3 Minuten blanchieren. Anschließend herausnehmen, in Eiswasser abschrecken und mit einem Küchentuch trocknen.
  4. Räuchertofu abtropfen lassen und klein würfeln. Zwiebel schälen und fein hacken.
  5. Tofu und Zwiebel mit Olivenöl in einer Pfanne 3-4 Minuten anbraten. Quinoa zufügen, würzen und gut miteinander vermengen.
  6. Die Wirsingblätter mit dem Quinoa-Mix füllen, die Blätter einschlagen und zu Päckchen formen und optional mit einem Küchengarn fixieren.
  7. Die Päckchen in eine Auflaufform legen, mit der Gemüsesuppe übergießen und im vorgeheizten Backrohr 10 bis 15 Minuten garen.

Wie du die weißen Bohnen aus dem ersten Rezept selbst kochst, zeigt dir der Beitrag Hülsenfrüchte kochen.

Häufige Fragen

Ist Kraut dasselbe wie Kohl?

Ja. Kraut ist die in Österreich und Süddeutschland übliche Bezeichnung für bestimmte Kohlsorten, etwa Weißkraut für Weißkohl und Blaukraut für Blaukohl.

Was ist der Unterschied zwischen Rotkraut und Blaukraut?

Es ist dasselbe Gemüse. Ob es rot oder blau aussieht, hängt vom Säuregrad beim Kochen ab: Mit Säure wie Essig bleibt es rot, ohne Säure wird es bläulich.

Wie lange hält sich Kohl?

Fester Kopfkohl wie Weißkraut, Rotkraut und Wirsing hält sich kühl gelagert mehrere Wochen. Blumenkohl, Brokkoli und Rosenkohl solltest du innerhalb weniger Tage verbrauchen.

Wie entsteht Sauerkraut?

Fein gehobeltes Weißkraut wird mit Salz vermischt, gestampft und luftdicht vergoren. Dabei bilden Milchsäurebakterien die Säure, die das Kraut haltbar macht und ihm den typischen Geschmack gibt.

Kann man Kohl roh essen?

Ja, zum Beispiel als Krautsalat, Kohlrabi-Rohkost oder fein geraspelter Weiß- und Rotkohl. Brokkoli und Blumenkohl schmecken auch roh, wenn du sie klein schneidest.

Egal, ob du Kraut oder Kohl sagst: Er ist ein heimischer Klassiker der Winterküche und sorgt mit seinen vielen Sorten für Abwechslung auf dem Speiseplan. Kohl und die Zutaten für die Rezepte bringen wir dir: In Graz bis 12 Uhr bestellt, am selben Abend geliefert. Mehr Ideen zum Nachkochen findest du in unserem Rezeptkisterl.

Aktualisiert im Oktober 2026.