Küchenkräuter geben Speisen Duft, Farbe und Geschmack. Mit unserem Küchenkräuter-ABC findest du schnell das passende Kraut: welche Sorten es gibt, wie sie schmecken, wozu sie passen und ob du sie frisch, getrocknet oder tiefgekühlt verwendest.
Stell dir vor, du sitzt im Restaurant. Dein Gericht wird serviert, ist hübsch angerichtet und dir läuft das Wasser im Mund zusammen. Und dann: Es wurde ohne Gewürze und Kräuter zubereitet und schmeckt fad. Salz und Pfeffer allein reichen nicht. Erst Kräuter machen eine Mahlzeit zu einem besonderen Erlebnis.
Welche Küchenkräuter gibt es?
Die meisten Küchenkräuter stammen aus der Familie der Lippenblütler. Dazu zählen Basilikum, Thymian, Majoran, Oregano, Rosmarin, Bohnenkraut, Salbei und Minze.
Zur Familie der Doldenblütler gehören Anis, Kümmel, Koriander, Dill, Petersilie und Liebstöckel. Zu den Lauchgewächsen zählen Knoblauch, Schnittlauch und natürlich auch der Bärlauch.
Frisch, getrocknet oder tiefgekühlt?
Frische Kräuter kannst du im Garten anbauen, auf dem Balkon oder der Fensterbank ziehen oder frisch kaufen. Viele Sorten sind auch getrocknet oder tiefgekühlt aromatisch und dadurch länger haltbar. Faustregel: Kräuter mit harten Blättern wie Rosmarin, Thymian und Oregano lassen sich gut trocknen, zarte Kräuter wie Basilikum, Schnittlauch und Petersilie friert man besser ein. Wie das geht, zeigen wir dir in unserem Beitrag Kräuter haltbar machen.
Weiter unten findest du außerdem zwei Rezepte, die Küchenkräuter ins Rampenlicht rücken. Doch zunächst stellen wir dir die beliebtesten Küchenkräuter in Österreichs Küchen vor.
Küchenkräuter-ABC: Welches Kraut passt wozu?
Welche Kräuter du verwendest, ist oft Geschmackssache. Mit unserem Küchenkräuter-ABC bekommst du einen Überblick, wie du die beliebtesten Sorten am besten einsetzt:
Basilikum
Es stammt ursprünglich aus Asien, ist aber vor allem aus der italienischen Küche bekannt. Basilikum ist empfindlich und verliert beim Erhitzen, Einfrieren und Trocknen viel Aroma. Darum verwendest du es am besten frisch und roh: zu Tomaten, Salat oder Mozzarella und als Pesto zu Nudeln oder Brot. Erst zum Schluss über warme Gerichte geben.
Bohnenkraut
Der Name verrät es schon: Bohnenkraut passt wunderbar zu Bohnen. Es schmeckt würzig-pfeffrig, ist frisch und getrocknet aromatisch und verträgt auch längeres Kochen. In Eintöpfen, Suppen und Gerichten mit Hülsenfrüchten ist es ein Klassiker.
Dill
Dill ist der ideale Begleiter für Fisch und Meeresfrüchte, Gurkensalat, Erdäpfelsalat und helle Saucen. Er schmeckt frisch und leicht süßlich. Frisch, getrocknet oder tiefgekühlt ist Dill leicht zu lagern und gut zu verwenden.
Liebstöckel
Er wird auch Maggikraut genannt, weil sein intensives Aroma an Suppenwürze erinnert. Liebstöckel verfeinert Suppen, Eintöpfe, Salate und Aufstriche. Er lässt sich trocknen, einfrieren oder frisch verwenden. Weil er so kräftig schmeckt, kommst du beim Würzen mit weniger Salz aus.
Majoran
Majoran ist das klassische Gewürz für Erdäpfelgerichte, Leberknödel, Bohnen- und Linsengerichte und Fleischspeisen. Er schmeckt würzig-süßlich und ist frisch, getrocknet oder tiefgekühlt aromatisch. Getrocknet zwischen den Handflächen zerreiben, dann entfaltet er sein volles Aroma.
Oregano
Oregano gehört in die mediterrane Küche und schmeckt getrocknet besonders intensiv. Er passt zu Pizza, Tomatensaucen, Nudel- und Erdäpfelgerichten, Salaten und Fleisch. Frisch ist er milder und eignet sich gut für Marinaden.
Petersilie
Ob kraus oder glatt, Petersilie ist eines der beliebtesten Küchenkräuter in Österreich. Die glatte Sorte schmeckt etwas kräftiger, die krause ist ideal zum Garnieren. Petersilie passt zu Erdäpfeln, Aufstrichen, Salaten, Eintöpfen und Saucen und lässt sich frisch, tiefgekühlt oder getrocknet verwenden.
Rosmarin
Rosmarin hat ein harziges, leicht bitteres, intensives Aroma. Er passt zu Lamm und Wild, Ofenerdäpfeln, Ofengemüse und dunklen Saucen, aber auch zu Gebäck und Limonade. Frisch oder getrocknet kommt sein Aroma am besten zur Geltung. Die Zweige kannst du mitgaren und vor dem Servieren entfernen.
Schnittlauch
Auch Schnittlauch gehört zu den beliebtesten Küchenkräutern Österreichs. Er schmeckt mild zwiebelig und passt zu Eierspeisen, Aufstrichen, Butterbrot, Suppen und Pilzen. Frisch oder tiefgekühlt behält er sein Aroma, getrocknet verliert er viel davon. Schnittlauch nicht mitkochen, sondern frisch darüberstreuen.
Thymian
Thymian hat ein kräftiges, würziges Aroma und wird darum sparsam eingesetzt. Er ist frisch, getrocknet und tiefgekühlt geschmacksintensiv. Ähnlich wie Majoran passt Thymian gut zu Erdäpfelspeisen, deftigen Fleischgerichten, Ofengemüse sowie Ziegen- und Schafkäse.
Kräuterrisotto mit Pilzen
Zutaten für 2 Portionen (ca. 35 Minuten):
- 500 ml Gemüsesuppe
- 150 g Risottoreis
- 150 g Kräuterseitlinge
- 100 g Champignons
- 30 g geriebener Parmesan
- 15 g frische Petersilie
- 15 g frischer Liebstöckel
- 5 g frischer Schnittlauch
- 2 EL Olivenöl
- 2 Knoblauchzehen
- 1 rote Zwiebel
- Salz, Pfeffer, Muskatnuss
Zubereitung:
- Knoblauch schälen und in feine Scheiben schneiden. Zwiebel schälen und fein würfeln.
- Kräuterseitlinge und Champignons mit einem Küchentuch säubern und in feine Scheiben schneiden.
- Kräuter waschen, trocken schütteln und fein hacken.
- Die Zwiebel in einem Topf mit 1 EL Olivenöl und dem Reis unter Rühren kurz anschwitzen. Mit der Gemüsesuppe aufgießen und unter gelegentlichem Rühren 15 bis 20 Minuten köcheln lassen, bis der Reis gar ist. Bei Bedarf Wasser zugießen.
- Kräuter und Parmesan unterrühren und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen.
- In einer Pfanne 1 EL Olivenöl erhitzen und Knoblauch und Pilze darin scharf anbraten.
- Das Risotto auf zwei vorgewärmten Tellern anrichten, mit den Pilzen garnieren und warm genießen.
Kräuter-Pizza
Zutaten für 1 Backblech (ca. 30 Minuten):
- 200 g Sauerrahm
- 100 g geriebener Mozzarella
- 100 g Cherrytomaten
- 30 g frische Kräuter nach Wahl
- 2 Knoblauchzehen
- 1 rote Zwiebel
- 1 Rolle Pizzateig aus dem Kühlregal
- 1 Bund Petersilie
- 1 Bund Schnittlauch
- Salz, Pfeffer
Zubereitung:
- Pizzateig samt Papier auf einem Backblech ausrollen und das Backrohr nach Packungsanleitung vorheizen.
- Kräuter waschen, trocken schütteln, fein hacken, mit dem Sauerrahm vermengen und auf dem Teig verstreichen.
- Knoblauch und Zwiebel schälen und in feine Scheiben schneiden.
- Tomaten waschen und vierteln.
- Das Gemüse auf dem Teig verteilen, mit Mozzarella bestreuen und auf einer der unteren Schienen 15 bis 20 Minuten goldbraun backen.
- Kurz abkühlen lassen und mit Salz und Pfeffer würzen.
Küchenkräuter sind aus unseren Speisen nicht wegzudenken. Und wer kräftig mit Kräutern würzt, kommt oft mit weniger Salz aus. Frische Kräuter findest du bei uns unter Kräuter und Sprossen, getrocknete bei Salz, Pfeffer und Gewürze. Wir bringen sie dir: In Graz bis 12 Uhr bestellt, am selben Abend geliefert. Welche Kräuter du im Frühling selbst sammeln kannst, liest du in unserem Beitrag über Wildkräuter im Frühling.
Häufige Fragen
Wann gebe ich Kräuter ins Essen?
Kräftige Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Majoran und Lorbeer dürfen mitkochen. Zarte Kräuter wie Basilikum, Petersilie, Dill und Schnittlauch kommen erst zum Schluss dazu, sonst verlieren sie ihr Aroma.
Wie viel getrocknete statt frische Kräuter?
Getrocknete Kräuter schmecken konzentrierter. Als Faustregel nimmst du etwa ein Drittel der frischen Menge.
Wie halten frische Kräuter länger?
Kräuter mit Stielen stellst du wie einen Blumenstrauß in ein Glas Wasser. Zarte Kräuter wickelst du in ein feuchtes Küchentuch und lagerst sie im Gemüsefach des Kühlschranks.
Aktualisiert im Oktober 2026.






