Chutneys selber machen ist eine schöne Möglichkeit, die Ernte des Sommers haltbar zu machen und Reste zu verwerten. Jede Jahreszeit hat ihre kulinarischen Vorzüge: Von Frühling bis in den Spätherbst werden verschiedenste heimische Gemüse- und Obstsorten reif. Nur selten sind sie lange lagerfähig, daher haben sich verschiedene Methoden zur Haltbarmachung etabliert. Vor allem das Einkochen hat Tradition. Weitere Methoden zeigen wir dir im Beitrag Gemüse haltbar machen: Lagern, Einkochen, Fermentieren.
Ganzjähriger Fruchtgenuss
Gerade im Sommer, wenn viele Früchte reif sind, stellt sich oft die Frage, wie man sie für das restliche Jahr konservieren kann. Man kann frisches Obst portionsweise einfrieren, bei Bedarf entnehmen und beliebig weiterverarbeiten. Oder man verarbeitet die Früchte zu Sirup oder Saft oder kocht sie ein.
Durch die Zugabe von Zucker wird Sirup oder Fruchtmus haltbar. Je nach Obstsorte verwendet man zum Einkochen von Marmelade unterschiedliche Frucht- und Zuckeranteile. Sorten mit einem hohen Pektingehalt, zum Beispiel Heidelbeeren, kocht man im Verhältnis 3:1 ein: 3 Teile Frucht und 1 Teil Zucker (zum Beispiel 300 g Heidelbeeren und 100 g Zucker). Obst mit weniger Pektin oder hohem Flüssigkeitsanteil kocht man meist im Verhältnis 1:1 ein. Dabei wird das gewaschene und entkernte Obst kleingeschnitten und zusammen mit dem Zucker so lange gekocht, bis es gut eindickt.
Je nach Belieben pürierst du die Marmelade oder lässt einzelne Fruchtstücke drin. Für noch mehr Aroma kannst du Gewürze oder Alkohol zufügen. Anschließend füllst du die noch heiße Masse in sterile Gläser und verschließt sie gut. Beim Abkühlen entsteht ein Vakuum im Glas, das die Haltbarkeit verlängert.
Selbstgemachte Marmelade ist so bis zu einem Jahr lagerbar, am besten dunkel und kühl. Ein geöffnetes Glas verbrauchst du rasch und lagerst es im Kühlschrank.
In Österreich wird Marmelade gerne als süßer Brotaufstrich gegessen. Sie passt auch als fruchtige Süße in Naturjoghurt und als Fruchteinlage in Torten und Kuchen.
Ab ins Glas!
Immer häufiger landen Gerichte aus aller Welt auf unseren Tellern, oft in neuen Kombinationen von Zutaten und Geschmäckern. Scharfes oder Pikantes wird gerne mit Süßem gemischt, und eine säuerliche Zutat verleiht so manchem Gericht ein besonderes Aroma. In der österreichischen Küche reicht man zu gebackenen Speisen oder Wild gerne die klassische Preiselbeermarmelade. In der indischen Küche isst man zu Curry oder Reisgerichten ein Chutney, und auch hierzulande wird der Käseteller gerne mit einem Chutney serviert.
Marmelade oder Chutney: Das ist der Unterschied
Doch was unterscheidet die Marmelade von der indischen Würzsauce? Marmelade wird vorwiegend aus Obst, Zucker und Gewürzen oder Alkohol zubereitet und ist meist passiert oder cremig. Ein Chutney ist eine würzige Sauce, die süß-sauer oder scharf-pikant sein kann und von recht flüssig bis cremig sehr unterschiedlich fest ist. Es können auch Frucht- oder Gemüsestücke enthalten sein. Typisch ist die Zugabe von Essig und verschiedensten Gewürzen, zum Beispiel Ingwer, Chili, Kokosflocken oder Minze. In Indien gibt es unzählige Variationen, die zu Fleisch-, Fisch- oder Gemüsegerichten serviert werden.
Die Engländer brachten diese Köstlichkeit während der Kolonialzeit nach Europa. Das Einkochen von Obst und Gemüse wurde dadurch noch vielfältiger, und Chutneys wurden zu den verschiedensten traditionellen Gerichten gereicht.
Chutneys selber machen: Drei Rezepte
Mach dir dein eigenes Obst- oder Gemüsegläschen und gib deinen Speisen mehr Geschmack. Wir haben drei Chutney-Rezepte für dich zusammengestellt, die mit der Anleitung ganz einfach gelingen. Wer lieber ein fertiges Chutney probieren möchte, findet bei uns das Bio-Chutney Mango pikant und das Bio-Chutney Mango süß.
Rezept: Zwiebel-Chutney
Dieses Chutney schmeckt hervorragend zu Gerichten mit Geflügel oder Schweinefleisch, aber auch zu Käse.
Zutaten für 2-3 Gläser:
- 500 g rote Zwiebeln
- 100 g Zucker
- 80 ml Balsamico-Essig
- 50 ml Rotwein (alternativ Kirschsaft)
- 10 ml Olivenöl
- Salz, Pfeffer
Zubereitung:
- Die Zwiebeln schälen, in Ringe schneiden und in einer Pfanne mit Olivenöl anbraten.
- Zucker, Essig und Rotwein zufügen und einkochen lassen, bis die Masse sämig ist.
- Mit Salz und Pfeffer abschmecken, noch heiß in sterile Gläser füllen, die Deckel verschließen und auskühlen lassen.
Rezept: Feigen-Zwiebel-Chutney
Dieses Chutney passt sehr gut zu Fleischgerichten und Käse.
Zutaten für 2-3 Gläser:
- 250 g gelbe Zwiebeln
- 250 g frische Feigen
- 150 ml Rotwein (alternativ roter Traubensaft)
- 100 g Zucker
- 10 ml Olivenöl
- Salz, Pfeffer, gemahlener Ceylon-Zimt
Zubereitung:
- Die Zwiebeln schälen und in Scheiben schneiden. Die Feigen waschen und vierteln.
- Eine große Pfanne mit Olivenöl erhitzen, die Zwiebeln darin glasig dünsten, mit Zucker bestreuen und karamellisieren lassen.
- Die Feigen zufügen, mit Rotwein ablöschen und mit Salz, Pfeffer und Zimt würzen.
- Das Chutney auf niedriger Flamme unter gelegentlichem Rühren sämig kochen.
- Das Feigen-Zwiebel-Chutney noch heiß in sterile Gläser füllen, die Deckel verschließen und vollständig abkühlen lassen.
Rezept: Zucchini-Paprika-Chutney
Besonders lecker schmeckt dieses Chutney zu gegrilltem Fleisch oder Fisch.
Zutaten für 2-3 Gläser:
- 250 g Zucchini
- 125 g rote Paprika
- 100 g gelbe Zwiebeln
- 75 ml Balsamico-Essig
- 50 g Zucker
- 10 ml Olivenöl
- 1 daumengroßes Stück Ingwer
- Salz, Pfeffer, Currypulver (süß oder scharf)
Zubereitung:
- Die Paprika waschen, entkernen und in kleine Würfel schneiden.
- Die Zucchini waschen und klein würfeln. Die Würfel mit Salz würzen, 10 Minuten stehen lassen und das austretende Wasser durch ein Sieb abtropfen lassen.
- Die Zwiebel schälen und fein hacken.
- Den Ingwer schälen und mit einer Reibe fein raspeln.
- Zwiebel und Paprika in einer großen Pfanne mit Olivenöl anbraten, die abgetropften Zucchiniwürfel unterrühren und mit Balsamico-Essig ablöschen.
- Zucker, Ingwer und Currypulver zufügen, mit Salz und Pfeffer würzen und auf mittlerer Hitze köcheln lassen, bis die Masse etwas eindickt.
- Das heiße Chutney in sterile Gläser füllen, die Deckel fest verschließen und vollständig abkühlen lassen.
Tipps zur Zubereitung und Verwendung von Chutneys
- Verwende frische Zutaten und achte bei Obst und Gemüse auf Druckstellen, Schimmel oder Schädlingsbefall.
- Bei der Zusammenstellung sind dir keine Grenzen gesetzt. Kombiniere verschiedene Obst- und Gemüsesorten und sorge mit Gewürzen, Kräutern und Rot- oder Weißwein für Abwechslung.
- Nimm saisonales Obst und Gemüse. Das spart Geld, und dank der Haltbarkeit kannst du es auch außerhalb der Saison genießen.
- Chutneys eignen sich hervorragend zur Resteverwertung: Aus übrig gebliebenem Gemüse oder Obst entsteht eine neue Kreation im Glas. Achte dabei auf die Frische der Zutaten. Mehr Ideen dazu findest du im Beitrag Zero Waste im Haushalt.
- Damit das Chutney die Speisen unterstreicht und nicht übertönt, helfen diese Kombinationen:
- Würzige Chutneys (zum Beispiel Zucchini-Paprika-Chutney) passen gut zu gegrilltem oder gebratenem Fleisch.
- Pikante Chutneys (zum Beispiel Feigen-Zwiebel-Chutney) eignen sich gut zu vegetarischen Gerichten aus Getreide oder Hülsenfrüchten.
- Fruchtig milde Chutneys (zum Beispiel Mango-Chutney) passen als Beilage zu Käse. Damit die Aromen gut zur Geltung kommen, wähle für den Käseteller milde Sorten. Mehr zu Käsesorten liest du im Beitrag Käse: Sorten, Herstellung und Rezepte.
- Süße Chutneys (zum Beispiel Marillen- oder Preiselbeer-Chutney) harmonieren gut mit Wildgerichten.
- Ein Chutney schmeckt auch als Brotaufstrich oder zu Gemüsesticks.
- Kühl und trocken gelagert, am besten im Keller, sind die Gläser mehrere Monate haltbar. Nach dem Öffnen bewahrst du sie im Kühlschrank auf und verbrauchst sie innerhalb weniger Tage.
Häufige Fragen zum Chutney
Wie lange ist ein selbstgemachtes Chutney haltbar?
Kühl und trocken gelagert mehrere Monate. Ein geöffnetes Glas gehört in den Kühlschrank und wird innerhalb weniger Tage verbraucht.
Kann ich den Rotwein ersetzen?
Ja, im Zwiebel-Chutney passt Kirschsaft, im Feigen-Zwiebel-Chutney roter Traubensaft.
Was ist der Unterschied zwischen Chutney und Marmelade?
Ein Chutney ist eine würzige Sauce mit Essig und Gewürzen, die süß-sauer oder scharf sein kann. Marmelade wird vorwiegend aus Obst und Zucker gekocht und ist meist cremig.
Gewohnte Speisen lassen sich mit einem Chutney ganz einfach aufpeppen. Fast jede Obst- und Gemüsesorte eignet sich für die Zubereitung. Zu Fleisch- und Fischgerichten oder vegetarischen Speisen schmecken Chutneys hervorragend, und auch ein gut sortierter Käseteller bekommt dadurch ein besonderes Aroma. Im Gegensatz zu Marmelade werden Chutneys mit Gewürzen, Kräutern und Essig verfeinert. Auch in der Zero-Waste-Küche haben die süß-pikanten Saucen einen großen Stellenwert, denn Obst- und Gemüsereste lassen sich sehr gut dafür verwenden. Die Zutaten für dein eigenes Chutney bringen wir dir direkt nach Hause, in Graz bei Bestellung bis 12 Uhr noch am selben Abend.
Aktualisiert im Oktober 2026.






