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Im Advent werden traditionell Kekse, Plätzchen, Lebkuchen, Kipferl oder Zimtsterne gebacken. Der Duft von Gewürzen und Nüssen stimmt uns auf die Weihnachtszeit ein. Schon im Mittelalter wurde in Klöstern Festgebäck zum Gedenken an Christi Geburt gereicht.

Weihnachtskekse haben also Tradition, und sie lassen sich gut mit Nachhaltigkeit vereinen. Wir zeigen dir, wie du nachhaltig Kekse backen kannst: mit Tipps für ein gutes Gelingen, Ideen gegen Müll und Lebensmittelverschwendung, einem Zeitplan und drei Rezepten. Noch mehr Rezepte, Haltbarkeit und Geschichte findest du im Beitrag Weihnachtskekse: Rezepte, Haltbarkeit und Geschichte.

Keksebacken leicht gemacht

Rezept suchen, Zutaten besorgen und ran an das Backrohr. Mit diesen Tipps bist du für das vorweihnachtliche Backen gut vorbereitet:

  1. Für eine bessere Verarbeitung sollten alle Zutaten Zimmertemperatur haben. Nimm sie daher rechtzeitig aus dem Kühlschrank.
  2. Die richtige Menge sorgt für Erfolg. Halte dich genau an die Mengenangaben im Rezept.
  3. Hitze nur im Backrohr: Nimm die fertigen Kekse unbedingt vom Backblech, sonst dunkeln sie nach und trocknen aus.
  4. Verwende Backpapier oder eine wiederverwendbare Silikonbackunterlage, damit die Kekse nicht am Blech kleben bleiben.
  5. Damit Lebkuchen saftig bleibt, lagere ihn zusammen mit Apfel- oder Orangenschalen in einer Keksdose. Tausche die Schalen alle zwei bis drei Tage aus.
  6. Lass Kekse vollständig auskühlen und schichte sie dann in eine Keksdose. Lege dazwischen immer wieder Butterbrotpapier, damit sie nicht aneinanderkleben.
  7. Knusprige Kekse bewahrst du in luftdichten Behältern auf, weiche Kekse in luftigen Dosen, bis sie die gewünschte Konsistenz erreichen.
  8. Gut Ding braucht Weile: Lebkuchen braucht Zeit, um weich zu werden und bis sich die Aromen der Gewürze entfalten. Backe ihn daher schon Anfang November. Eiweißkekse backst du eher kurzfristig, denn sie sind nicht lange haltbar.
  9. Kekse ohne Schokoglasur und ohne Füllung lassen sich gut einfrieren und kurz im Backrohr wieder aufbacken.
  10. Vanillekipferl mit oder ohne Ei, das ist hier die Frage. Mit Ei bindet der Teig besser, die Kipferl werden aber etwas trockener. Es ist also reine Geschmackssache.
  11. Kipferl und Co. schmecken mit Schokoglasur oft noch besser. Damit sie schön glänzt und nicht klumpt, gib beim Schmelzen etwas Butter oder ein Nussöl dazu.

Nachhaltig Kekse backen: Tipps gegen Müll und Verschwendung

Auch beim Backen lässt sich Müll vermeiden und Lebensmittelverschwendung reduzieren. Mehr Ideen dazu findest du in den Beiträgen Zero Waste im Haushalt und Lebensmittelverschwendung vermeiden.

  • Plane deinen Einkauf: Überlege, welche Zutaten sich restlos verbrauchen lassen, und kombiniere die Rezepte entsprechend. Wenn du für ein Rezept nur Eidotter brauchst, wähle ein zweites Keksrezept, in dem das Eiklar zum Einsatz kommt.
  • Zu viel Eiklar übrig? Du kannst Eiklar bis zu einem Jahr einfrieren. Verwende dafür einen Eiswürfelbehälter und füge eine Prise Salz hinzu, damit es beim Auftauen nicht gerinnt.
  • Was tun mit übrig gebliebenem rohem Keksteig? Einfrieren! Rolle den Teig zu einer Platte aus und friere ihn in einem Gefrierbeutel bis zu 6 Monate ein. Nach dem Auftauen stichst du Kekse aus und backst sie.
  • Augen auf beim Zutatenkauf: Wähle Produkte aus der Region, wenn möglich aus biologischer Landwirtschaft. So unterstützt du heimische Betriebe.
  • Recycling beim Backen ist einfach: Backpapier mehrmals verwenden, solange sich keine Schokolade- oder Zuckerrückstände darauf befinden. Oder du investierst in eine wiederverwendbare Backauflage aus Silikon.
  • Tschüss, Frischhaltefolie: Lass Teige in einem Glasbehälter mit Deckel rasten. Germteige kannst du mit einem feuchten Geschirrtuch abdecken.
  • Keksreste verwerten: Weihnachten ist vorüber und die Keksdose ist noch gut gefüllt? Dann mach daraus ein winterliches Dessert. Schichtdesserts mit Keksen statt Biskotten schmecken neu, zum Beispiel Tiramisu mit Vanillekipferl oder Spekulatius.

Für nachhaltigen Keksgenuss haben wir wieder in unserer Rezeptkiste gekramt und drei Rezepte für dich zusammengestellt.

Rezept: Ingwer-Zitronen-Kekse

Dieses Rezept sorgt für würzige Abwechslung auf dem Keksteller.

Zutaten für 1 Backblech:

  • 175 g Dinkelmehl
  • 100 g Butter
  • 70 g Rohrohrzucker
  • 1 Bio-Zitrone
  • 1 daumengroßes Stück Bio-Ingwer
  • 1 TL Reinweinstein-Backpulver
  • 1 Prise Salz

Zubereitung:

  1. Das Backrohr auf 180 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  2. Den Ingwer schälen und mit einer Reibe fein raspeln.
  3. Die Zitrone halbieren und den Saft auspressen.
  4. Alle Zutaten zu einem glatten Teig verkneten und in einem Glasbehälter mit Deckel 20 Minuten im Kühlschrank rasten lassen.
  5. Kleine Kugeln formen, mit einer Gabel kreuzförmig flach drücken und mit etwas Abstand auf das Backblech legen.
  6. Im Backrohr auf der zweiten Schiene von oben etwa 10-12 Minuten backen. Nach dem Backen sofort vom Blech nehmen und vollständig auskühlen lassen.

Rezept: Vollkornkekse mit Orangenglasur

Zutaten für 1-2 Backbleche:

  • 250 g Vollkorn-Roggenmehl
  • 200 g Rohrohrstaubzucker
  • 200 g Bio-Wiesenmilch-Teebutter
  • 80 ml Agavendicksaft
  • 70 g geriebene Walnüsse
  • 2 Eidotter (Größe M)
  • 1 Orange
  • 1 TL gemahlener Ceylon-Zimt
  • 1 Prise Salz

Zubereitung:

  1. Eidotter, Butter, Zimt und Salz schaumig schlagen.
  2. Vollkorn-Roggenmehl und geriebene Walnüsse vermengen und zusammen mit dem Ei-Butter-Gemisch zu einem Teig verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen und in einem Glasbehälter mit Deckel eine Stunde im Kühlschrank rasten lassen.
  3. Das Backrohr auf 180 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  4. Den Teig vierteln, zu Rollen formen und walnussgroße Stücke abschneiden. Zu Kugeln formen, mit etwas Abstand auf das Backblech legen, flach drücken und etwa 20 Minuten backen.
  5. Nach dem Backen sofort vom Blech nehmen und abkühlen lassen.
  6. Die Orange waschen, die Schale mit einer feinen Reibe abreiben und den Saft auspressen.
  7. Rohrohrstaubzucker mit den Orangenzesten und 1-2 EL Orangensaft zu einer dickflüssigen Glasur anrühren. Die vollständig abgekühlten Kekse damit bestreichen und fest werden lassen.

Rezept: Windringerl

Diese Kekse schmecken nicht nur gut, sie eignen sich auch als Christbaumschmuck und können direkt vom Baum genascht werden.

Zutaten für 1-2 Backbleche:

  • 80 g Rohrohrstaubzucker
  • 2 Eiklar (Größe M)
  • 1 Prise Salz

Zubereitung:

  1. Das Backrohr auf 100 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  2. Eiklar mit einer Prise Salz zu Schnee schlagen.
  3. Den Staubzucker langsam einrieseln lassen und weiter aufschlagen, bis der Eischnee leicht glänzt.
  4. Die Masse in einen Spritzsack mit Sterntülle füllen und mit etwas Abstand Ringerl auf das Backblech spritzen.
  5. Die Windringerl auf mittlerer Schiene etwa 1 Stunde trocknen, dabei die Ofentür mit einem Kochlöffel einen Spalt offen halten, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
  6. Anschließend vollständig auskühlen lassen.
  7. Für den Christbaum knüpfst du einen Faden um die abgekühlten Ringerl.

Wer lieber ohne Haushaltszucker backt, findet Ideen im Beitrag Weihnachtskekse ohne Haushaltszucker.

Jeder Keks hat seine Zeit

Damit deine Lieblingskekse bis Weihnachten gut schmecken, solltest du die Haltbarkeit beachten. Manche Sorten brauchen auch etwas länger, bis sie die richtige Konsistenz haben oder die Gewürze ihr volles Aroma entfalten. Mit diesem Zeitplan kannst du zu Weihnachten aus dem Vollen schöpfen:

  • 6 Wochen vor Weihnachten ist der ideale Zeitpunkt für Christstollen und Früchtebrot. Luftdicht, kühl und dunkel gelagert sind sie mehrere Wochen haltbar und entfalten ihr Aroma voll.
  • 4-6 Wochen vor Weihnachten ist Lebkuchen dran. Durch die längere Lagerung wird er weicher, und die Gewürze geben ihr Aroma besser ab.
  • 4 Wochen vor Weihnachten kannst du mit Mürbteigkeksen und Spritzgebäck beginnen. Sie trocknen aber rasch aus, lagere sie daher nicht zu lange.
  • 3 Wochen vor Weihnachten ist der ideale Zeitpunkt für Makronen und Zimtsterne.
  • 2 Wochen vor Weihnachten haben Vanillekipferl Saison, denn sie sind nicht lange haltbar und schmecken frisch am besten.
  • 1 Woche vor Weihnachten backst du Kekse mit Cremefüllungen, Pralinen und Konfekt, denn sie halten nicht lange.

Häufige Fragen zum nachhaltigen Keksebacken

Wie lange kann ich Eiklar einfrieren?

Du kannst es bis zu einem Jahr einfrieren. Am besten portionsweise im Eiswürfelbehälter und mit einer Prise Salz.

Kann ich Keksteig einfrieren?

Ja, rolle ihn zu einer Platte aus und friere ihn in einem Gefrierbeutel bis zu 6 Monate ein. Nach dem Auftauen stichst du Kekse aus und backst sie.

Was kann ich mit übrig gebliebenen Keksen machen?

Verarbeite sie zu einem Schichtdessert, zum Beispiel Tiramisu mit Vanillekipferl oder Spekulatius statt Biskotten.

Regionale Zutaten, gut geplante Rezepte, Glasbehälter statt Frischhaltefolie und der achtsame Umgang mit Resten sind gut für die Umwelt und entlasten nebenbei auch deine Geldbörse. Die Zutaten findest du in unserem Onlineshop, in Graz bringen wir sie dir bis 12 Uhr bestellt am selben Abend zwischen 16 und 20 Uhr.

Aktualisiert im Oktober 2026.