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Die Kartoffel, hierzulande Erdäpfel genannt, zählt zu den Grundnahrungsmitteln, das wertvolle Vitamine und Mineralstoffe liefert.

Zu einem großen Teil landet dieses Gemüse in Form von Pommes auf unserem Teller, was der Kartoffel einen schlechten Ruf einbrachte. Denn durch das Frittieren in heißem Öl wird aus einer nährstoffreichen Knolle ein ungesundes Lebensmittel.

Die Kartoffel hat jedoch viel zu bieten. Wir klären im folgenden Beitrag über die gesundheitlichen Vorteile der Erdäpfel auf und zeigen dir, wie abwechslungsreich dieses Gemüse zubereitet werden kann.

Vom Süden nach Norden

Die Kartoffel ist weit gereist, stammt sie doch ursprünglich aus Südamerika. Dort wurde sie bereits seit Jahrtausenden von den Ureinwohnern kultiviert und verzehrt. Wie und wer dieses Gemüse nach Europa brachte, ist nicht bekannt.

Die spanischen Eroberer sollen Mitte des 16. Jahrhunderts die Knolle über die Kanarischen Inseln auf das spanische Festland und weiter nach Italien gebracht haben. Aber auch auf den britischen Inseln wurde die Kartoffel eingeführt.

Ursprünglich wurde sie eher als Zierpflanze genutzt, erst im 17. und 18. Jahrhundert eroberte die Knolle auch die Küche. Heute werden Kartoffeln weltweit angebaut, denn die Europäer nahmen die Pflanze überall hin mit, wo sie sich ansiedelten.

Ein Hoch auf die Knolle

Die Erdäpfel zählt zu den wichtigsten Lebensmitteln der Welt. Sie wird jedoch auch als Futtermittel und als Rohstoff in der Papier- und Klebstoffindustrie verwendet. In der Lebensmittelindustrie wird die in der Knolle enthaltene Stärke extrahiert und für Fruchtzubereitungen und Milchprodukte verwendet.

Die Kartoffel ist ein kohlenhydrathaltiges Gemüse, das viele wichtige Nährstoffe liefert. Langkettige Kohlenhydrate liefern wertvolle Energie, die zudem auch lange satt halten. Wertvolles Eiweiß ist in der Kartoffel ebenfalls enthalten, das der Mensch auch sehr gut in körpereigenes Eiweiß umwandeln kann.

Besonders in Kombination mit einem Ei wird die biologische Wertigkeit (=Proteinverfügbarkeit für den menschlichen Körper) um ein Vielfaches erhöht. 100g Kartoffel enthalten die gleiche Menge Vitamin C wie 100g Apfel. Auch B-Vitamine sind enthalten. Zudem liefert dieses Gemüse wertvolle Mineralstoffe, wie z.B. Kalium, das für die Flüssigkeitsregulation im Körper wichtig ist und Einfluss auf die Muskel- und Nervenfunktion hat.

Sekundäre Pflanzenstoffe wirken blutdruckregulierend und antioxidativ, was sich positiv auf den Alterungsprozess der Zellen auswirkt. Durch ihren hohen Wasseranteil von über 70% und den geringen Fettanteil liefert die Kartoffel durchschnittlich 73 kcal pro 100g.

Aufgrund verschiedener Züchtungen ist eine vielseitige Zubereitungsart möglich. Festkochende Kartoffeln eignen sich für Bratkartoffeln, vorwiegend festkochende Sorten sind ideal für Salat- oder als Beilage und mehlige Knollen eignen sich für Püree oder zur Weiterverarbeitung als Teig.

Lediglich das Frittieren macht die Kartoffel zu einem ungesunden Lebensmittel, da der Anteil gesättigter Fettsäuren und Transfette steigt und sich die Kalorienmenge durch diese Art der Zubereitung vervielfacht.

Giftpflanze des Jahres 2022

Auch wenn die Kartoffel grundsätzlich als sehr gesundes Lebensmittel gilt, wurde sie im Jahr 2022 als Giftpflanze des Jahres ausgezeichnet. Denn nur die Wurzelknolle ist zum Verzehr geeignet.

Alle oberirdischen Teile der Pflanze als auch die Keime in der Knolle enthalten das Nervengift Solanin. Das kann zu starken Magenkrämpfen, Übelkeit und im schwersten Fall auch bis zum Tod führen.

Keimansätze in der Knolle sollte man daher großzügig herausschneiden und erst dann die Kartoffel kochen bzw. zubereiten. Keimansätze bis zu einem Zentimeter Länge kann man großzügig entfernen und die Kartoffel ist genießbar.

Sind die Ansätze größer und ist die Knolle bereits weich und schrumpelig, sollte man sie entsorgen.

Tipps für mehr Genuss

Wir haben im Folgenden einige Tipps für dich zusammengestellt, worauf du beim Kauf und der Lagerung achten solltest:

  • Im Supermarkt wird das Gemüse oft stark beleuchtet, was die Keimung vorantreiben kann. Achte daher beim Kauf auf grüne Stellen und Keimlinge.
  • Die Kartoffeln sollten sich fest anfühlen und keine Keimung oder Schäden aufweisen.
  • Heimische Kartoffeln werden auf Wochenmärkten oftmals noch von Erde umhüllt angeboten. Das verbessert die Lagerfähigkeit.
  • Die erdigen Kartoffeln vom Markt als auch die Knollen aus dem Supermarkt sollten erst unmittelbar vor der Zubereitung gründlich gewaschen werden.
  • Erdäpfel haben es gerne kühl und dunkel. Daher sollten sie vorzugsweise im dunklen Vorratsraum oder Keller gelagert werden, idealerweise bei einer Temperatur von 4 – 8°C.
  • Eine Lagerung im Gemüsefach des Kühlschranks ist nur für wenige Tage geeignet. Ist die Temperatur zu kühl, wird die enthaltene Stärke in Zucker umgewandelt.

Eine Knolle mit Geschmack

Kartoffeln werden häufig als Beilage verzehrt, dabei lassen sich viele wunderbare Gerichte mit diesem Gemüse zubereiten.

Wir haben für dich leckere Ideen aus unserer Rezeptsammlung herausgesucht, um dir die Kartoffel auf vielseitige Art und Weise schmackhaft zu machen.

Gefüllte Ofenkartoffeln

Zutaten für 2-3 Portionen:

  • 4 große Kartoffeln (ca. 100g pro Stück)
  • 100g Mais aus der Dose/Glas
  • 100g gegarte Käferbohnen
  • 100g Zucchini
  • 100g griechisches Joghurt
  • 80g geriebener Käse
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 rote Paprika
  • 1 Jungzwiebel
  •  Frisch gehackte Kräuter nach Belieben
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

  1. Kartoffeln waschen und rundherum mit einer Gabel einstechen. Anschließend in eine ofenfeste Form legen und im Backrohr bei 200°C (Ober-/Unterhitze) eine Stunde weich garen.
  2. In der Zwischenzeit den Mais und die Käferbohnen abgießen und abtropfen lassen.
  3. Zucchini waschen, die Enden abschneiden und in kleine Würfel schneiden. Paprika waschen, entkernen und ebenfalls klein würfeln. Jungzwiebel waschen, Wurzeln entfernen und in feine Ringe schneiden.
  4. Das Gemüse in einer Schüssel mit Olivenöl vermengen und mit Salz und Pfeffer würzen.
  5. Die Ofenkartoffeln aus dem Backrohr nehmen, der Länge nach aufschneiden und auseinanderdrücken. Mit dem Gemüse füllen, dem geriebenen Käse bestreuen und anschließend 10 Minuten im Backrohr gratinieren.
  6. Vor dem Verzehr die Ofenkartoffeln mit dem griechischen Joghurt beträufeln und den frisch gehackten Kräutern garnieren.

Kartoffel-Paprika-Frittata

Zutaten für 2-3 Portionen:

  • 400g festkochende Kartoffeln
  • 100g Schafs- oder Ziegenkäse
  • 4 Eier
  • 1 rote Paprika
  • 1 grüne Paprika
  • 1 Zwiebel
  • 1 EL Olivenöl
  • ½ TL geräuchertes Paprikapulver
  •  ½ Bund frische Petersilie
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

  1. Kartoffeln in einem Topf mit gesalzenem Wasser ca. 15 Minuten halb fertig garen. Anschließend abgießen, schälen und in feine Scheiben schneiden.
  2. Paprika waschen, entkernen und in feine Streifen schneiden. Zwiebel schälen und fein würfeln. Petersilie waschen, trocken tupfen und fein hacken.
  3. Eier in einer Schüssel aufschlagen, mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen und verquirlen.
  4. Kartoffeln und Gemüse mit dem Olivenöl in einer ofenfesten Pfanne 2-3 Minuten anbraten. Anschließend mit dem Ei übergießen und den Käse gleichmäßig darüber verteilen. Die Masse auf dem Herd 3-4 Minuten stocken lassen.
  5. Nun die Pfanne im vorgeheizten Backofen bei 175°C (Ober-/Unterhitze) auf der zweiten Schiene von unten abstellen und die Frittata 15-20 Minuten fertigbacken.
  6. Vor dem Verzehr mit der frisch gehackten Petersilie bestreuen.

 

Kartoffel-Pilz-Strudel

Zutaten für 3-4 Portionen:

  • 300g mehlige Kartoffeln
  • 250g Kräuterseitlinge
  • 125g Mozzarella
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 Rolle Blätterteig
  • ½ Bund frische Petersilie
  • Salz, Pfeffer, geriebene Muskatnuss

Zubereitung:

  1. Kartoffeln waschen und in einem Topf mit Wasser für 20 Minuten kochen. Anschließend abgießen, schälen und klein würfeln.
  2. Kräuterseitlinge mit einem Küchentuch säubern und in kleine Würfel schneiden. Petersilie waschen, mit einem Küchentuch trocken tupfen und fein hacken. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken.
  3. Mozzarella abgießen und ebenfalls in kleine Würfel schneiden.
  4. Gemüse, Pilze und Mozzarella in einer Schüssel miteinander vermengen. Petersilie zufügen, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und gut durchmischen.
  5. Blätterteig auf einem mit Backpapier belegten Backblech auslegen, die Kartoffel-Pilz-Mischung in der Mitte gleichmäßig verteilen, den Blätterteig von allen Seiten über die Füllung legen und verschließen.
  6. Anschließend im Backofen bei 200°C (Ober-/Unterhitze) 20 Minuten goldbraun backen.

Tipp:

Als Beilage empfehlen wir frische Blattsalate und einen Joghurt-Dip mit frischen Kräutern.

 

Die Kartoffel ist eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel der Welt und ihre Zubereitungsmöglichkeiten sind schier unendlich. Sie liefert wertvolle Vitamine und Mineralstoffe, ist glutenfrei und fettarm.

Sie hält lange satt und hat positive Wirkung auf die Verdauung und zahlreiche Funktionen im Körper. Die Kartoffel ist ein kohlenhydratreiches Lebensmittel, das rasch Energie, jedoch im Vergleich zu Nudeln und Reis wenige Kalorien liefert.

Sie enthält wertvolles Eiweiß, das der menschliche Organismus leicht in körpereigenes Protein umwandeln kann. Zusammen mit einem Ei wird die biologische Verfügbarkeit des Proteins sogar um ein Vielfaches erhöht.

Es lohnt sich also, die Kartoffel regelmäßig in den Speiseplan zu integrieren und die positiven Effekte durch unterschiedliche Zubereitungsmöglichkeiten voll auszukosten.