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Der Wecker klingelt, du schlurfst in die Küche, und der erste Griff gilt dem Kaffee. Er ist eines der beliebtesten Getränke der Welt und wird rund um den Erdball auf unterschiedlichste Arten zubereitet: mit oder ohne Zucker, mit Milch, Pflanzendrink oder schwarz. In Europa, besonders in Österreich, hat der Kaffeegenuss lange Tradition.

In diesem Beitrag erfährst du, woher der Kaffee kommt, wie er von der Pflanze in die Tasse gelangt, wie nachhaltiger Kaffee angebaut wird, worauf du beim Einkauf achtest und wie du Bohnen richtig lagerst und zubereitest.

Woher kommt der Kaffee?

Die beiden wichtigsten Kaffeepflanzen sind Coffea arabica (Arabica-Kaffee) und Coffea canephora (Robusta-Kaffee). Arabica-Kaffee hat einen feineren Geschmack. Robusta-Kaffee ist widerstandsfähiger und ertragreicher, schmeckt aber eher bitter. Es gibt weltweit über 100 Kaffeearten, angebaut wird Kaffee in vielen Ländern rund um den Äquator.

Um die Entdeckung des Kaffees ranken sich zahlreiche Geschichten, und es ist nicht genau belegt, wer ihn tatsächlich entdeckt hat. Eine davon handelt von einer Ziegenherde in Äthiopien, die die kirschähnlichen Früchte der Kaffeepflanze fraß und bis in die Nacht munter umhersprang. Ein Hirte soll daraufhin selbst von den Früchten gekostet haben. Ob das stimmt, lässt sich nicht sagen. Fest steht, dass die Pflanze ursprünglich in Afrika vorkam, vor allem in Äthiopien.

Über Händler gelangte der Kaffee auf die Arabische Halbinsel. Dort wurde er ab dem 15. Jahrhundert als Heißgetränk zubereitet, und die Region gab dem Arabica-Kaffee seinen Namen. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts startete das Getränk im Osmanischen Reich seinen Siegeszug, der über Italien nach Frankreich führte und im 17. Jahrhundert Österreich erreichte. Das erste Wiener Kaffeehaus soll 1685 eröffnet haben.

Wie wird aus der Pflanze die Kaffeebohne?

Die wichtigsten angebauten Kaffeepflanzen sind Arabica und Robusta. Die Sträucher tragen erst ab ca. 4 Jahren Früchte, und ab dem 20. Lebensjahr der Pflanze geht der Ertrag zurück.

Kaffeepflanzen brauchen ein ausgeglichenes Klima mit Temperaturen zwischen 18°C und 25°C und Schattenbäume, die vor direkter Sonne schützen. Gut geeignet sind Anbaugebiete in Westafrika, Lateinamerika und Indien. Einmal im Jahr, mancherorts auch zweimal, werden die Bohnen geerntet.

Die Ernte dauert durchschnittlich 10 bis 12 Wochen, weil die Früchte an einem Strauch zu unterschiedlichen Zeiten reifen. Die Fruchthülle wird je nach Verfahren nass oder trocken entfernt, danach werden die Bohnen gereinigt, verlesen und als Rohkaffee angeboten.

Die Hersteller rösten die Bohnen anschließend. Röstzeit, Temperatur, Bohnensorte und Qualität beeinflussen das Aroma. Durch den Wasserverlust verlieren die Bohnen beim Rösten ca. 18 % ihres Gewichts. Für unterschiedliche Geschmacksrichtungen und Stärken werden verschiedene Kaffeesorten zu speziellen Mischungen zusammengestellt.

Was bedeutet nachhaltiger Kaffeeanbau?

Der Klimawandel lässt die Durchschnittstemperaturen steigen und führt zu Wetterextremen. Dadurch verringert sich die Anbaufläche für Kaffee weltweit. Auch Pilzerkrankungen setzen der Pflanze zu.

Der Anbau in Monokulturen belastet zusätzlich die Böden, weil die Schattenbäume fehlen. Um dennoch hohe Erträge zu erzielen, kommen Pestizide zum Einsatz. Kaffeebäuerinnen und Kaffeebauern arbeiten oft unter schwierigen Bedingungen und haben kaum geregelten Zugang zu Exportmärkten. Schwankende Weltmarktpreise und der Klimawandel bedrohen ihre Existenz.

Nachhaltig angebauter Kaffee setzt hier an. Das steckt dahinter:

  • Biologischer Anbau: Im biologischen Anbau kommen keine synthetischen Pestizide zum Einsatz. Was Bio genau bedeutet, liest du im Beitrag Hintergründe zum Thema Bio.
  • Faire Preise: Durch gerechte Handelsbeziehungen und bessere Arbeitsbedingungen sollen Kaffeebäuerinnen und Kaffeebauern von ihrer Arbeit leben können. Weil die Weltmarktpreise stark schwanken, setzen faire Handelssysteme auf garantierte Mindestpreise.
  • Gemeinschaft: Ökonomisches, Ökologisches und Soziales unter einen Hut zu bringen, ist für einzelne Betriebe kaum zu schaffen. Im Zusammenschluss lassen sich natürliche Ressourcen verantwortungsvoll nutzen und faire Preise leichter erzielen.
  • Vielfalt statt Monokultur: Eine nachhaltige Landwirtschaft geht sparsam mit Ressourcen um, vermeidet Pestizide und Müll und fördert die Artenvielfalt. So bleiben die Böden langfristig fruchtbar. Monokulturen reduzieren die Vielfalt und kommen ohne Kunstdünger und Pestizide kaum auf hohe Erträge.

Wie du beim Einkauf klimafreundlicher entscheidest, zeigt der Beitrag Klimafreundlich einkaufen: Geht das?.

Wie kaufst, lagerst und bereitest du Kaffee zu?

Mit diesen Tipps bleibt das Aroma zu Hause möglichst lange erhalten:

  • Auf nachhaltigen Anbau und Fair Trade achten. Das schont die Umwelt und hilft den Kaffeebäuerinnen und Kaffeebauern, einen fairen Preis zu erhalten.
  • Das beste Aroma erhältst du mit ganzen Bohnen, die du zu Hause kurz vor der Zubereitung in einer Kaffeemühle mahlst. Wähle eine hochwertige Mühle mit einem Mahlwerk aus Edelstahl und einer großen Mühlscheibe. Ganze Bohnen und weitere Sorten findest du bei Kaffee, Tee und Co in unserem Shop.
  • Kaffeebohnen lassen sich einfrieren. So sind sie länger haltbar und bewahren ihr Aroma. Vor der Zubereitung sollten die Bohnen mindestens 48 Stunden auftauen, damit sie die Feuchtigkeit vollständig abgeben.
  • Kaffee nicht im Kühlschrank lagern. Vor allem gemahlener Kaffee nimmt Feuchtigkeit auf, verliert dadurch Aroma, und es kann sich leicht Schimmel bilden. Lagere ihn dunkel und trocken.
  • Gemahlenen Kaffee nicht umfüllen. Lass ihn am besten in der Verpackung, öffne sie nur kurz, drücke die Luft heraus und verschließe sie gut. Beim Umfüllen kommt der Kaffee mit zu viel Sauerstoff in Berührung und verliert Aroma.
  • Für eine Tasse brauchst du ca. 10 bis 12 g Kaffeepulver. Welchen Kaffee du gerne trinkst, hängt von deinem Geschmack ab.
  • Die Tasse besteht hauptsächlich aus Wasser. Dessen Härtegrad beeinflusst den Geschmack. Mit destilliertem Wasser schmeckt Kaffee nicht wie gewohnt aromatisch. Das Wasser sollte also kalkhaltig sein, aber den Härtegrad 10 nicht überschreiten.
  • Der Koffeingehalt hängt nicht nur von Menge und Art des Kaffees ab, sondern auch von der Zubereitung. Beim Espresso hat das Wasser nur kurz Kontakt mit dem Pulver, deshalb geht weniger Koffein über. Beim Filterkaffee läuft das Wasser langsam, teils mehrere Minuten, durch das Pulver und nimmt mehr Koffein auf.

Passt Milch oder Pflanzendrink besser in deine Tasse? Der Beitrag Was ist besser: Milch oder Pflanzendrink? hilft dir bei der Entscheidung.

Häufige Fragen

Wie bewahre ich Kaffeebohnen richtig auf?

Dunkel und trocken, nicht im Kühlschrank. Gemahlenen Kaffee lässt du am besten in der Verpackung, drückst die Luft heraus und verschließt sie gut.

Kann man Kaffeebohnen einfrieren?

Ja. Eingefroren sind die Bohnen länger haltbar. Lass sie vor der Zubereitung mindestens 48 Stunden auftauen.

Wie viel Kaffeepulver brauche ich für eine Tasse?

Für eine Tasse brauchst du ca. 10 bis 12 g Kaffeepulver.

Wie erkenne ich nachhaltigen Kaffee?

Achte auf Hinweise zu biologischem Anbau und fairem Handel auf der Verpackung. Sie zeigen, dass Anbau und Handel bestimmte Standards erfüllen.

Ob Espresso, Latte Macchiato oder Cappuccino besser schmeckt, entscheidest du selbst, denn Geschmäcker sind verschieden. Wer beim Einkauf auf Anbau und Handelsbedingungen achtet, unterstützt Kaffeebäuerinnen und Kaffeebauern und schont die Umwelt.

Aktualisiert im Oktober 2026.