Paprika, Pfefferoni und Chili gehören zur selben Pflanzengattung und unterscheiden sich vor allem in der Schärfe: Gemüsepaprika und Spitzpaprika enthalten kein Capsaicin und schmecken mild bis süßlich, Pfefferoni sind leicht bis mittelscharf, Chili je nach Sorte richtig scharf. Je kleiner die Schote, desto schärfer ist sie meist. In diesem Beitrag erfährst du, woher Paprika, Pfefferoni und Chili stammen, wie sich die vier handelsüblichen Sorten unterscheiden, wie du sie lagerst und zubereitest und welche drei Rezepte sich damit besonders gut kochen und backen lassen: würziges Schoten-Brot, Pesto rosso und überbackene Ofen-Paprika.
Frische Schoten findest du bei uns in der Kategorie Paprika, Pfefferoni & Chili.
Woher kommen Paprika, Pfefferoni und Chili?
Die Paprika ist weit gereist und stammt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. Ihren Ursprung vermutet man in Bolivien und Peru, in Mittelamerika wird sie seit Jahrtausenden kultiviert. Sie zählt zu den Nachtschattengewächsen und ist eine krautige Pflanze, die bis zu etwa eineinhalb Meter hoch werden kann. Bei Temperaturen zwischen etwa 7 und 29 °C wächst sie im Freiland gut. Im Winter lässt sie sich bei uns nur in beheizten Gewächshäusern ziehen.
Die Früchte nennen wir im Alltag und in der Küche Schoten. Aus botanischer Sicht handelt es sich um Beeren. Die spanischen Eroberer brachten die Pflanze nach Europa, von wo aus sie sich im Zuge der Kolonialisierung auf der ganzen Welt verbreitete. Heute werden verschiedenste Sorten in gemäßigten und tropischen Klimazonen angebaut.
Was macht Chili scharf?
Paprika gibt es in vielen Farben, Größen und Formen. Verantwortlich für die Schärfe ist der Inhaltsstoff Capsaicin, der je nach Sorte unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Er reizt die Geschmacksnerven und löst einen Hitze- und Schmerzreiz aus, ähnlich wie der Kältereiz bei Menthol. Die Schärfe misst man mit der Scoville-Skala: Gemüsepaprika liegt bei null, Habanero-Chilis liegen bei über 100.000 Scoville-Einheiten, reines Capsaicin bei rund 16 Millionen. Die meiste Schärfe sitzt in den Scheidewänden und Kernen der Schote. Entfernst du sie, wird das Gericht milder.
Nicht jeder Mensch verträgt rohe Paprika gleich gut, vor allem grüne Sorten sind dafür bekannt. Gekocht und geschält schmeckt und verträgt sie sich oft milder. Probiere einfach aus, was dir am besten bekommt.
Welche Sorten gibt es in Österreich?
Die Auswahl ist groß. Das sind die handelsüblichen Sorten in Österreich:
Gemüsepaprika
Das sind die großen Paprikaschoten, die oft in Gelb, Orange, Rot und Grün angeboten werden. Gemüsepaprika enthält kein Capsaicin und schmeckt je nach Farbe eher herb bis süßlich. Er schmeckt in Salaten, als Rohkost oder gekocht im Eintopf. Wegen seiner Größe lässt er sich auch gut füllen.
Spitzpaprika
Die Spitzpaprika ist länglich und spitz, ihr Fruchtfleisch ist meist etwas zarter. Sie gibt es ebenfalls in mehreren Farben und schmeckt, weil sie kein Capsaicin enthält, eher süßlich. Du kannst sie roh oder in warmen Speisen verwenden.
Pfefferoni
Pfefferoni werden auch Gewürzpaprika genannt und enthalten geringe Mengen Capsaicin. Sie verleihen roh oder in Speisen eine scharfe Note und sind in verschiedenen Farben erhältlich. Für den Schärfegrad gilt: Je kleiner die Pfefferoni, desto schärfer. Sie werden oft zu Paprikapulver weiterverarbeitet und bilden die Grundlage vieler Gewürzmischungen. Auch zum Einmachen in Essig oder Öl sind sie gut geeignet.
Chili
Auch Chili verwendest du vorwiegend als Gewürz, denn je nach Züchtung enthält er viel Capsaicin. Du kannst ihn frisch oder getrocknet als Pulver oder Flocken für Speisen aller Art verwenden. Gewürzölen oder Essig verleiht er eine besondere Schärfe. Mit Chili solltest du achtsam sein: Wasche dir nach dem Schneiden gründlich die Hände und fasse dir nicht ins Gesicht, bei sehr scharfen Sorten helfen Küchenhandschuhe. Frische Chilis findest du bei uns zum Beispiel als Habanero.
Wie lagerst und verwendest du Paprika, Pfefferoni und Chili?
Paprika und Pfefferoni lagerst du am besten im Gemüsefach des Kühlschranks und verbrauchst sie innerhalb weniger Tage. Wasche sie erst kurz vor dem Verarbeiten. Chilis kannst du auch trocknen, einfrieren oder in Öl oder Essig einlegen. Wie du Gemüse haltbar machst, liest du im Beitrag Gemüse konservieren. Welche Kräuter und Gewürze gut zu Schoten passen, siehst du im Kleinen Küchenkräuter-ABC.
Paprika, Pfefferoni und Chili sind nicht nur miteinander verwandt, sie passen auch geschmacklich gut zueinander. In unseren Rezepten kombinieren wir die süßliche Paprika mit schärferen Schoten.
Welche Rezepte gelingen mit Paprika, Pfefferoni und Chili?
Würziges Schoten-Brot
Dieses Gebäck ist eine würzige Beilage zu gegrilltem Fleisch, Fisch und Gemüse und eignet sich auch wunderbar als Unterlage für würzige Pizzabrötchen.
Zutaten für 1 Brot:
- 400g glattes Dinkelmehl
- 270ml lauwarmes Wasser
- 80g eingelegte Paprika
- 50g eingelegte Pfefferoni
- 1 Chilischote
- 1 TL Zucker
- 1 TL Trockenhefe
- 1 TL Paprikapulver (edelsüß oder scharf)
- ½ TL Salz
Zubereitung:
- Backofen auf 200°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
- Lauwarmes Wasser mit Trockenhefe und Zucker vermengen und kurz rasten lassen.
- Eingelegte Paprika und eingelegte Pfefferoni abtropfen lassen und in feine Streifen schneiden. Chilischote waschen, entkernen und ebenfalls in feine Streifen schneiden.
- Mehl mit Salz und Paprikapulver vermischen, kleingeschnittene Paprika, Pfefferoni und Chili unterrühren und die Hefeflüssigkeit zufügen.
- Mit den Händen oder einer Küchenmaschine mit Knethaken zu einem Teig verkneten.
- Anschließend den Teig in eine mit Backpapier ausgelegte Backform füllen oder als Wecken auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen.
- Das Brot auf mittlerer Schiene ca. 30 bis 40 Minuten goldbraun backen. Vor dem Verzehr vollständig auskühlen lassen.
Würziges Pesto rosso
Dieses Pesto passt hervorragend zu Pasta, als Würze auf Bruschetta und Pizza oder auch als Dip zu Fisch, Fleisch und Gemüse.
Zutaten für 1 Glas:
- 100ml Olivenöl
- 50g Sonnenblumenkerne
- 50g geriebener Parmesan (vegane Alternative: Sonnenblumenkerne)
- 2 rote Paprika
- 2 Pfefferoni
- 2 Knoblauchzehen
- 1 Chilischote
- ½ TL Salz
Zubereitung:
- Knoblauchzehen schälen und fein hacken.
- Paprika, Pfefferoni und Chilischoten waschen, entkernen und in grobe Stücke schneiden. Anschließend in einer Pfanne ohne Öl 5-10 Minuten bei mittlerer Hitze rösten und abkühlen lassen.
- Alle Zutaten in ein hohes Gefäß füllen und mit dem Stabmixer fein pürieren. Alternativ kann man auch einen Standmixer verwenden.
- Ist das Pesto zu trocken, kann man noch Olivenöl zufügen. Ist es zu flüssig, kann man durch Zugabe von weiteren Sonnenblumenkernen oder Parmesan eine cremigere Konsistenz erzielen.
Überbackene Ofen-Paprika
Zutaten für 2-3 Portionen:
- 80g Reis
- 1 große rote Paprika
- 1 große gelbe Paprika
- 100g Erbsen (tiefgekühlt oder aus der Dose/Glas)
- 100g Frischkäse mit Kräutern
- 80g geriebener Käse
- 1 Zwiebel
- 1 Stange Lauch
- ½ Bund Petersilie
- Salz, Pfeffer
Zubereitung:
- Reis nach Packungsanleitung zubereiten.
- Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden. Lauch waschen und in feine Ringe schneiden. Petersilie waschen, mit einem Küchentuch trocken tupfen und fein hacken.
- Paprika waschen, der Länge nach halbieren und entkernen. Die Erbsen auftauen lassen bzw. abgießen und abtropfen lassen.
- Zwiebel, Lauch, Erbsen, Frischkäse und gekochten Reis miteinander vermengen. Mit Salz, Pfeffer und Petersilie würzen.
- Die Paprikahälften auf ein Backblech setzen, mit der Gemüse-Reis-Mischung befüllen und dem geriebenen Käse bestreuen.
- Anschließend im Backofen bei 180°C (Ober-/Unterhitze) 30 Minuten backen.
Mehr Ideen mit Gemüse als Hauptdarsteller findest du im Beitrag Zucchini: vielseitig in der Küche.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Paprika, Pfefferoni und Chili?
Der Unterschied liegt vor allem in der Schärfe. Gemüsepaprika und Spitzpaprika enthalten kein Capsaicin, Pfefferoni haben geringe Mengen, Chilis je nach Sorte viel.
Welche Pfefferoni ist schärfer, die große oder die kleine?
Je kleiner die Pfefferoni, desto schärfer ist sie meist.
Wie machst du ein Gericht milder, wenn es zu scharf geworden ist?
Gib etwas Milchprodukt wie Joghurt oder Obers, eine fettreiche Zutat oder etwas Süße dazu. Beim nächsten Mal entfernst du Kerne und Scheidewände der Schote vor dem Kochen.
Ist Paprika Obst oder Gemüse?
Botanisch sind Paprika Beeren, in der Küche verwenden wir sie als Gemüse.
Welche Paprika eignet sich zum Füllen?
Am besten eignen sich große, feste Gemüsepaprika. Sie behalten im Ofen ihre Form und lassen sich gut befüllen.
Mit Paprika, Pfefferoni und Chili kannst du jedem Gericht eine besondere Geschmacksnote geben, von mild bis feurig. Schoten und die Zutaten für die Rezepte bringen wir dir: In Graz bis 12 Uhr bestellt, am selben Abend geliefert. Mehr Ideen zum Nachkochen findest du in unserem Rezeptkisterl.
Aktualisiert im Oktober 2026.






