Rettich und Radieschen sind knackige Wurzelgemüse mit angenehmer Schärfe. Du isst sie roh als Brotbelag, im Salat oder als Snack, aber auch gegart in Suppe oder Rösti, und sogar die Blätter kannst du verwenden. In diesem Beitrag erfährst du, welche Sorten es gibt, wie du frische Ware erkennst und lagerst, und wir zeigen dir drei Rezepte: Radieschen-Suppe, Kartoffel-Rettich-Rösti und einen Radieschen-Rettich-Salat.
Zu den Rettichen zählen der schwarze Rettich, der im Winter Hochsaison hat, der weiße Rettich (auch Bierrettich genannt) und die Radieschen. Der Meerrettich, bei uns Kren genannt, ist mit ihnen verwandt, gehört aber zu einer anderen Gattung. Radieschen und Bierrettich findest du bei uns in der Kategorie Wurzelgemüse.
Woher kommen Rettich und Radieschen?
Den Ursprung dieser Gemüseart vermutet man im Mittelmeerraum. Schon die alten Ägypter kannten den Rettich, und Überlieferungen zufolge stand er auch auf dem Speiseplan der Pyramidenarbeiter. Im antiken Griechenland und Rom wurde er kultiviert, und die Römer brachten verschiedene Retticharten in den Alpenraum.
Heute werden einige Sorten, etwa Gartenrettich und Ackerrettich, weltweit angebaut. Es handelt sich um eine ein- bis zweijährige krautige Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler. Je nach Art bildet sie eine Rübe oder Knolle, die in Form, Farbe und Größe sehr verschieden ist. Egal welche Farbe die Schale hat, das Innere ist bei fast jeder Sorte weiß. Einige asiatische Sorten haben rosa gefärbtes Fruchtfleisch. In Asien ist Rettich wegen seiner Schärfe besonders beliebt.
Warum sind Rettich und Radieschen scharf?
Für die Schärfe sorgen Senföle, die beim Anschneiden und Kauen entstehen. Roh entfalten Rettich und Radieschen ihr volles Aroma, und je nach Sorte fällt die Schärfe sehr unterschiedlich aus. Schwarzer Rettich ist meist kräftiger als Radieschen.
Wer es milder mag, hat zwei einfache Möglichkeiten: Salze den geschnittenen Rettich, lass ihn kurz ziehen und gieß die Flüssigkeit ab. Oder gare ihn, denn beim Kochen, Braten oder Backen wird die Schärfe milder.
Wie kaufst und lagerst du Rettich und Radieschen?
Mit diesen Tipps bleibt Rettich lange frisch:
- Auf Frische achten: Die Schale sollte glatt und unbeschädigt sein, das Fruchtfleisch fest. Auch die Blätter verraten die Frische: Sind sie gelb oder welk, ist die Ware nicht mehr ganz frisch. Rettich und Radieschen sollten keine faulen oder weichen Stellen haben.
- Kühl lagern: Entferne die Blätter und schneide die feinen Wurzelenden ab. Wickle das Gemüse in leicht angefeuchtetes Küchenpapier und leg es ins Gemüsefach des Kühlschranks, oder bewahre es in einer verschließbaren Dose im Kühlschrank auf. So hält sich frischer Rettich oder Radieschen bis zu zehn Tage. Mehr Ideen zum Lagern findest du im Beitrag Obst und Gemüse zu Hause lagern.
Was machst du mit den Blättern und Wurzelenden?
Von der Wurzel bis zum Blatt ist das Gemüse verwendbar. Das Blattgrün ist essbar und passt als Salat, als Würze oder in einem Pesto. Die feinen Wurzelenden kannst du Suppen oder Eintöpfen zufügen. So landet fast nichts im Müll.
Nicht nur roh ein Genuss
Rettich und Radieschen werden gern roh gegessen, schmecken aber auch in warmen Speisen sehr gut. Wir haben drei Rezeptideen zusammengestellt, die die Vielseitigkeit der beiden zeigen. Rettich und Radieschen ergänzen sich gut mit Kartoffeln, Eiern und Kräutern, wie dir auch der Beitrag Kartoffeln: Mehr als nur Beilage zeigt.
Radieschen-Suppe
Zutaten für 2 Portionen:
- 300ml Gemüsesuppe
- 100ml Schlagobers oder pflanzliche Kochcreme
- 100g mehlige Kartoffeln
- 20g Sonnenblumenkerne
- 2 Bund Radieschen mit Grün (gern in Bio-Qualität)
- 2 Knoblauchzehen
- 1 Frühlingszwiebel
- 1 EL Olivenöl
- 1 EL Zucker
- Salz, Pfeffer
Zubereitung:
- Radieschen waschen, das Grün abschneiden und beiseitelegen. Die Radieschen in Würfel schneiden.
- Knoblauch schälen und fein hacken. Frühlingszwiebel waschen und in Ringe schneiden.
- Kartoffel schälen und in grobe Würfel schneiden.
- Die gewürfelten Radieschen, Knoblauch und Frühlingszwiebel gemeinsam mit Olivenöl in einem Topf 2-3 Minuten anrösten. Zucker zufügen und gut miteinander vermengen.
- Kartoffeln zufügen, mit Gemüsesuppe ablöschen und bei mittlerer Hitze zugedeckt 15-20 Minuten köcheln lassen.
- Inzwischen die Sonnenblumenkerne in einer Pfanne ohne Öl 2-3 Minuten rösten und beiseitestellen.
- Radieschengrün mit den Händen in Stücke reißen und zur Suppe in den Topf geben. Schlagobers zufügen und mit Salz und Pfeffer würzen.
- Die Suppe mit einem Stabmixer fein pürieren, in zwei vorgewärmten Suppenschalen anrichten und mit den Sonnenblumenkernen garnieren.
Kartoffel-Rettich-Rösti mit Kräuter-Dip
Zutaten für 2 Portionen:
- 400g mehlige Kartoffeln
- 200g Rettich
- 100g Kräuterfrischkäse
- 20g Maisstärke
- 3 Eier
- 1 gelbe Zwiebel
- 1 Bund Schnittlauch
- Salz, Pfeffer, gemahlene Muskatnuss
- Olivenöl zum Ausbacken
Zubereitung:
- Den Kräuterfrischkäse mit 2 EL Wasser cremig rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Kartoffeln und Zwiebel schälen. Rettich waschen und Wurzeln und Grün entfernen. Anschließend mit einer Reibe grob raspeln.
- Die Masse in ein Küchentuch füllen und die Flüssigkeit gut ausdrücken.
- Schnittlauch fein hacken und zusammen mit dem geriebenen Gemüse, Eier und Maisstärke in eine Schüssel füllen.
- Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und gut miteinander vermengen.
- 1-2 gehäufte Esslöffel Teig entnehmen und in einer Pfanne mit etwas Olivenöl portionsweise beidseitig ausbacken und anschließend mit dem Kräuter-Dip servieren.
Radieschen-Rettich-Salat
Zutaten für 2 Portionen:
- 200g Rettich
- 200g Krauthäuptel
- 50g Sprossen nach Wahl
- 20g Kürbiskerne
- 4 Eier (Größe M)
- 3 EL Apfel-Balsamessig
- 3 EL Kürbiskernöl
- 1 Bund Radieschen
- 1 rote Zwiebel
- 1 TL Senf
- Salz, Pfeffer, Salatkräuter
Zubereitung:
- Eier in einem Topf mit Wasser ca. 8 Minuten wachsweich kochen, mit kaltem Wasser abschrecken und schälen.
- Kürbiskerne in einer Pfanne ohne Öl 2-3 Minuten anrösten und abkühlen lassen.
- Krauthäuptel waschen, trocknen und in Streifen schneiden oder in grobe Stücke zupfen. Sprossen waschen und verlesen.
- Rettich waschen, Wurzel und Grün entfernen und in dünne Streifen schneiden.
- Radieschen waschen, Grün entfernen und vierteln. Größere Radieschen achteln.
- Zwiebel schälen, fein würfeln und anschließend mit Apfel-Balsamessig, Kürbiskernöl und Senf vermengen und mit Salz, Pfeffer und Salatkräutern würzen.
- Gemüse und Salat auf zwei Tellern anrichten, die Eier und Sprossen darüber verteilen, mit der Salatmarinade beträufeln und mit den gerösteten Kürbiskernen garnieren.
Mehr Salat mit Biss findest du im Beitrag Grazer Krauthäuptel: Ein Salat mit Kopf.
Häufige Fragen
Muss ich Rettich und Radieschen schälen?
Nein. Wasche sie gründlich, schwarzen Rettich am besten mit einer Bürste, und iss sie mit Schale, roh oder gegart. Das gilt für weiße, schwarze und rosa Sorten.
Was ist der Unterschied zwischen Rettich, Radieschen und Meerrettich?
Rettich und Radieschen sind eng verwandt, das Radieschen ist kleiner, rund und meist milder. Meerrettich, auf Österreichisch Kren, gehört zu einer anderen Gattung und wird vor allem gerieben als Würze verwendet.
Wann haben Rettich und Radieschen Saison?
Schwarzer Rettich hat im Winter Hochsaison. Wann welches Obst und Gemüse bei uns Saison hat, siehst du im Saisonkalender.
Rettich und Radieschen schmecken roh, gebraten und püriert. Die Zutaten für die Rezepte bringen wir dir: In Graz bis 12 Uhr bestellt, am selben Abend geliefert. Alles, was du dafür brauchst, findest du auch im Rezeptkisterl.
Aktualisiert im Oktober 2026.






